»Micky-Maus-Magazin«, »Tatort«, »Potato Fritz«: DFB-Stars in der Popkultur

Datum28.05.2026 21:43

Quellewww.spiegel.de

TLDRDFB-Stars wie Nick Woltemade, Jamal Musiala und Joshua Kimmich hinterlassen Spuren in der Popkultur, von "Micky-Maus-Magazin" bis "Tatort". Auch Thomas Müller, Sepp Maier und Paul Breitner wagten sich auf die Leinwand oder in Comics. Diese Auftritte reichen von ernsten Rollen bis zu Cameos, wobei einige nur mäßig erfolgreich waren, andere jedoch die Bekanntheit der Sportler auf neue Weise nutzten.

InhaltNick Woltemade kennt man bald auch in Entenhausen. Er gehört nun zu einer Reihe von DFB-Stars, die in der deutschen Popkultur ihre Spuren hinterließen. "Micky-Maus-Magazin", "Tatort", "Potato Fritz": ein Überblick in Bildern. Als "Woltemessi" ist Nick Woltemade in der Ausgabe 13/26 des "Micky-Maus-Magazin" mit Donald Ducks Neffen Tick, Trick und Track in Entenhausen unterwegs. Der Spitzname kursiert schon länger und adelt die Dribbelkünste des Fast-Zwei-Meter-Mannes. Vielleicht wäre aber "Wolteneymar" der noch bessere Name gewesen: Sein Idol in Kindertagen "war eigentlich immer Neymar", sagte Woltemade. Das Heft erscheint am 5. Juni. Magie statt Messi: Als "Magic Musiala" zierte Ballzauberer Jamal Musiala vor der Heim-Europameisterschaft 2024 das Cover des "Micky-Maus-Magazin". Musialas Aufgabe: Donald Duck beim Einstieg in den Profifußball unterstützen. Beim DFB wird man hoffen, dass die sogenannte Duckifizierung für Nick Woltemade ein ähnlicher Glücksbringer vor dem Tor ist wie für Musiala, der mit drei Turniertreffern zu den sechs Torschützenkönigen der EM 2024 gehörte. Tummeln sich DFB-Stars abseits des Platzes in der deutschen Popkultur, dann ist nicht das "Micky-Maus-Magazin", sondern der "Tatort" erste Anlaufstelle. Joshua Kimmich überzeugte als Fitnesstrainer Kenny im Münchner "Tatort" 2023 offenbar so sehr, dass er ein Jahr später wiederkehren durfte. Der Nationalmannschaftskapitän kam sogar zu einigen Sätzen. Mit Blick auf einen Vorgänger muss man es wohl als Segen verstehen, dass sich kaum jemand an seine Worte erinnert. Anders als Kimmich erging es nämlich Berti Vogts. Sein "Tatort"-Auftritt 1999  an der Seite von Manfred Krug und Charles Brauer bleibt wohl vor allem wegen seiner Sätze in Erinnerung. "Gib dem Kaninchen eine Möhre extra", sagt Nachbar Vogts, "es hat uns allen das Leben gerettet." Die DFB-Karriere von Vogts, Spitzname Terrier, hatte mehr Biss als sein Fernsehauftritt: EM-Titel 1972, Weltmeistertitel 1974 und dazu als Trainer der EM-Sieg 1996 in England. Heimatverbundener, na klar, präsentierte sich Thomas Müller. 2017 zeigte er sich mit seiner Frau Lisa in der ARD-Serie "Hubert und Staller". Ob es auch an Müllers derzeitigem Lebensmittelpunkt Vancouver eine Vorabend-Krimireihe gibt, in der es "gewohnt schräg bis kurios" zugeht, wie die ARD wirbt? Und wie von Woltemade und Musiala gab es auch schon eine Comic-Version von Weltmeister Müller. Standesgemäß jedoch nicht als Gastauftritt, sondern im Mittelpunkt: Der Sammelband "Meine Fußballgeschichten"  hat gleich drei Bände, der Text von und über Müller soll beim Lesenlernen unterstützen. Auch die Titel der Gastauftritte von Torwart-Legende Sepp Maier im Bewegtbild würden Thomas Müller gut stehen: 1981 war Maier im Fernsehfilm "Gruzäfümfal" zu sehen. Andere Einträge in Maiers Filmographie wie die Erotikkomödie "Manche mögen's prall", wo er laut "Süddeutscher Zeitung" einen Entführer spielt, würde man als DFB-Kicker heute wohl eher meiden wollen. Ebenfalls gewagt aus heutiger Sicht: Das Genre Deutsch-Western. DFB-Star Paul Breitner mimte 1976 in "Potato Fritz" den Sergeant Stark. An der Kinokasse floppte der Film, wie das Magazin "11FREUNDE" berichtet. Breitners Karriere auf dem Platz und auf der Leinwand nahm jedoch keinen Schaden: Bis in die Achtziger spielte Breitner bei Bayern München und in Filmen wie "Der Zappler" (1983) und "Kunyonga – Mord in Afrika" (1986). DFB-Legende Uwe Seeler dürfte die Rollenbeschreibung klarer gewesen sein als Breitner, bevor er ans Set von "Willi wird das Kind schon schaukeln" kam. In der Klamauk-Komödie von 1971 mimte der Vizeweltmeister an der Seite von Heinz Erhardt sich selbst. Offenbar nur bedingt vorbereitet gingen die DFB-Granden Oliver Bierhoff, Bundestrainer Joachim Löw und Theo Zwanziger ihr "Tatort"-Gastspiel 2011 an. "Wir wissen von unserer Rolle bisher nur, dass wir alle sehr betroffen wirken müssen", sagte Bierhoff der "Bild" im Vorfeld. "Wir kriegen das hin." Betroffen blickte Bundestrainer Löw dann auch beim WM-Vorrundenaus 2018 in Russland, aber als Weltmeistertrainer braucht sich Löw um sein DFB-Erbe nicht sorgen. Ein weiterer Weltmeister von 2014 wurde ebenfalls zur Comic-Figur: Bastian Schweinsteiger. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Ski-Ass Felix Neureuther, verfasste er gleich mehrere Werke für Kinder. Der Ankündigungstext von "Zwei Freunde im Fußballfieber"  zeigt, dass Schweinsteiger seine Fantasie nicht allzu weit vom Stadion weg hat schweifen lassen: "Da Fuchs Ixi gerne dabei sein und Bastis Fußballfreunde kennenlernen möchte, machen sie sich mit der Waldeisenbahn auf den Weg durch ganz Europa, um alle Spieler abzuholen", heißt es da. "Mit dabei sind Wolf Luigi, Stier Ramos, Maus Robbi, Gams Alaba und noch einige mehr".