Datum28.05.2026 17:27
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Google-Ingenieur wurde wegen Insiderhandels auf Polymarket angeklagt. Er soll vertrauliche Daten über beliebte Suchbegriffe genutzt haben, um mit Wetten rund 1,2 Millionen Dollar zu verdienen. Das US-Justizministerium wirft ihm unter anderem Warenbetrug und Geldwäsche vor. Google kooperiert mit den Behörden und suspendierte den Mitarbeiter, der durch den Zugriff auf interne Informationen Gewinn aus Außenseiter-Wetten erzielt haben soll.
InhaltAuf Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Eine lukrative Wette auf die meistgesuchten Begriffe bei Google weckte den Verdacht auf ein Insidergeschäft. Jetzt greift die US-Justiz durch. Ein Softwareingenieur von Google soll Insiderinformationen genutzt haben, um Wetten auf die meistgesuchten Begriffe bei Google auf dem Prognosemarkt Polymarket zu manipulieren. Das US-Justizministerium hat den Mann nun angeklagt. Laut Anklageschrift erzielte er dabei Gewinne in Höhe von 1,2 Millionen Dollar. Der 36-jährige italienische Staatsbürger mit Wohnsitz in der Schweiz wurde demnach wegen Warenbetrugs, Überweisungsbetrugs, Geldwäsche und anderer Delikte angeklagt. Er soll Insiderwissen genutzt haben, um auf Außenseiter-Kandidaten wie den Indie-Pop-Musiker D4vd zu setzen. Dieser erschien auf der Liste der meistgesuchten Google-Begriffe, nachdem er verhaftet und des Mordes an einem jungen Mädchen beschuldigt worden war, so die Anklage. D4vd war laut den am 4. Dezember veröffentlichten Google-Statistiken die meistgesuchte Person des Jahres. Der angeklagte Google-Mitarbeiter soll bereits am 27. November unter Verwendung von Insiderinformationen darauf gewettet haben, dass D4vd die Liste anführen würde. Im Gegensatz zu den Vertragspartnern seiner Geschäfte kannte der Mann das Ergebnis dieser Wetten, "bevor es der Öffentlichkeit bekannt wurde, da er Zugang zu vertraulichen, wirtschaftlich wertvollen internen Daten von Google hatte", heißt es in der Anklageschrift. Laut Anklage setzte der Google-Mitarbeiter insgesamt 2,7 Millionen Dollar auf 25 verschiedene Ergebnisse im Google-Suchmarkt und erzielte dabei einen Gewinn von 1,2 Millionen Dollar. In einem Statement von Google heißt es, das Unternehmen arbeite bei den Ermittlungen eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. "Der Mitarbeiter hat über ein Tool, das allen Mitarbeitern zugänglich ist, auf unser Marketingmaterial zugegriffen. Die Nutzung solcher vertraulichen Informationen zum Abschluss von Wetten stellt jedoch einen schwerwiegenden Verstoß gegen unsere Richtlinien dar." Der Mitarbeiter sei deshalb vom Dienst suspendiert worden. Es ist schon der zweite Fall, der bekannt wird, bei dem Insiderwissen zu besonders lukrativen Wetten geführt haben soll. Im April wurde ein US-Soldat angeklagt, er soll mit Geheimwissen auf die Maduro-Aktion des US-Militärs gewettet haben.