Datum28.05.2026 17:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRZwei hochrangige Beamte des US-Finanzministeriums sollen Druck ausüben, um eine 250-Dollar-Note mit Donald Trumps Konterfei zu drucken, obwohl nur Verstorbene auf US-Banknoten abgebildet werden dürfen. Ein entsprechender Gesetzentwurf stockt im Kongress. Parallel dazu werden 100-Dollar-Scheine mit Trumps Unterschrift gedruckt. Die zuständige Abteilungsleiterin wurde versetzt, nachdem sie auf rechtliche Hürden hingewiesen hatte.
InhaltIn den USA dürfen nur verstorbene Personen auf Banknoten abgebildet werden. Doch zwei Spitzenbeamte des US-Finanzministeriums sollen massiv Druck ausgeübt haben, um eine 250-Dollar-Note herauszubringen – mit Trumps Konterfei. Seit 1866 wurde keine lebende Person mehr auf US-Banknoten abgebildet. Das hält zwei Trump-getreue Spitzenbeamte im Finanzministerium allerdings nicht davon ab, zu versuchen, das Gesicht ihres Präsidenten auf eine 250 US-Dollar-Note zu bekommen. Das berichtet die "Washington Post" . Sie hat nach eigenen Angaben mit Mitarbeitern des "Bureau of Engraving and Printing" (BEP) gesprochen, das unter anderem für den Druck von US-Geldscheinen zuständig ist.Seit letztem Jahr drängen demnach Brandon Beach, der Finanzdirektor der USA und sein leitender Berater Mike Brown, die Mitarbeiter der BEP dazu, Prototypen der Trump-Banknote anzufertigen. Als Inspiration soll Beach den Mitarbeitern des Büros im vergangenen Jahr unter anderem einen Entwurf einer 250-Dollar-Note vorgelegt haben, auf der zwischen den Unterschriften von Trump und Finanzminister Scott Bessent das Gesicht Trumps prangte. Eine erste Idee, was den Trump-Getreuen vorschwebt, bekam die Öffentlichkeit im Januar. Damals veröffentlichte der Republikaner Andy Barr aus Kentucky ein Foto, das ihn und Beach mit einer übergroßen 250-Dollar-Trump-Banknote zeigte. Auch mit dem Künstler, der den Entwurf erstellt haben will, hat die "Washington Post" gesprochen. Der britische Maler Iain Alexander gab der Zeitung gegenüber an, dass er mit Trump über seinen Entwurf gesprochen habe. Dessen Reaktion? "Er war total begeistert", zitiert die "Post" den Künstler Alexander. In den USA dürfen nur verstorbene Personen auf Banknoten abgebildet werden. Ein Gesetzesentwurf, der es ermöglichen würde, Trump auf einer 250-Dollar-Note abzubilden, wurde zwar 2025 im Kongress eingebracht, um den 250. Jahrestag der Nation zu feiern, ist ins Stocken geraten. Die Trump-Unterstützer im Finanzministerium haben ihr Vorhaben allerdings noch nicht aufgegeben. In einer Erklärung sagte ein Sprecher des Finanzministeriums, die Druckerei führe "angemessene Planungen und Sorgfaltsprüfungen" als Reaktion auf den Gesetzesvorschlag durch. "Sollte dieser Gesetzentwurf in Kraft treten, wird das BEP proaktiv daran arbeiten, eine 250-Dollar-Gedenkbanknote zu produzieren, die den 250. Jahrestag unserer großartigen Nation angemessen würdigt", hieß es in der Erklärung. Von Trumps ehemaliger Konkurrentin im US-Wahlkampf, der Demokratin Hillary Clinton, gab es für das Vorhaben Spott. Sie kommentierte den Bericht der "Washington Post" zur 250-Dollar-Trump-Note auf X mit den Worten: "Wenn seine Amtszeit vorbei ist, wird das gerade genug Geld sein, um eine Gallone Sprit und einen Karton Eier zu kaufen." Seit dem Beginn des Irankriegs ist der Benzinpreis in den USA um mehr als 50 Prozent gestiegen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Patricia Solimene, die Direktorin des BEP, musste derweil ihren Posten räumen. Sie und andere Mitarbeiter hätten laut dem Bericht Beach und Brown wiederholt erklärt, dass es rechtliche und verfahrenstechnische Hindernisse für die Herstellung der Trump-Banknote gebe und es Jahre länger dauern würde, als sie sich vorgestellt hätten. Die beiden politischen Beauftragten sollen darauf abweisend regiert haben. Ende April gab Solimene bekannt, dass sie abrupt von ihrem Posten versetzt worden sei und diesen "schweren Herzens" aufgebe. In ihrer Abschieds-E-Mail, die der "Washington Post" als Kopie vorliegen soll, schrieb sie, dass die Versetzung ausdrücklich nicht ihre Entscheidung gewesen sei. Mike Brown, der die Trump-Note vorangetrieben hatte, sitzt seitdem als kommissarischer Nachfolger auf Solimenes Posten. Zuvor waren Solimene und ihre Mitarbeiter laut Informanten der Post einer weiteren Forderung der Regierung nachgekommen: dem Druck von 100-Dollar-Scheinen mit Trumps Unterschrift. Laut dem Bericht sind die Scheine die ersten in der amerikanischen Geschichte, die die Unterschrift eines amtierenden Präsidenten tragen. Sie sollen derzeit gedruckt werden. Im Finanzministerium zeigte man sich begeistert. "Auf Empfehlung des US-Finanzministers Brandon Beach wird Minister Bessent die historischen Errungenschaften unseres großartigen Landes und von Präsident Trump würdigen, indem er seine Unterschrift auf die Banknoten aufbringen lässt", hieß es in einer Erklärung. Die USA feiern am 4. Juli den 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeitserklärung. Dass die Trump-Fans im Finanzministerium bis dahin noch eine Dollar-Note mit dem Gesicht des Präsidenten am Kongress vorbei durchdrücken und drucken lassen können, ist nahezu ausgeschlossen. Ein anderes Ministerium war da erfolgreicher. Seit Ende April können sich treue Trump-Anhänger Reisepässe mit dem Bild ihres Präsidenten auf der Innenseite bestellen. Sie sollen im Sommer ausgestellt werden. Lesen Sie auch: Dollarmünzen, Nationalparkpässe, überlebensgroße Banner: Donald Trump lässt sein Konterfei an allen möglichen Stellen verewigen. Hinter dem Personenkult steckt nicht nur Eitelkeit .