Chinesischer Online-Markplatz: EU-Kommission verhängt 200-Millionen-Euro-Strafe gegen Temu

Datum28.05.2026 13:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie EU-Kommission hat gegen den Online-Marktplatz Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro verhängt. Temu soll die Risiken illegaler Produkte wie gefährliche Spielzeuge und mangelhafte Ladegeräte für Verbraucher nicht ausreichend bewertet haben. Dies stellt einen schweren Verstoß gegen das Gesetz über digitale Dienste dar. Testkäufe und Zolldaten bestätigten hohe Sicherheitsrisiken und Verstöße. Temu will die Entscheidung prüfen. Es ist die zweite Sanktion nach der gegen X.

InhaltGefährliches Spielzeug, mangelhafte Ladegeräte: Die EU verhängt eine hohe Millionenstrafe gegen den Onlinehändler Temu. Dort würden vielfach illegale Produkte angeboten. Die EU-Kommission hat gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu ein Bußgeld von 200 Millionen Euro verhängt. Der Grund: Das Unternehmen soll die Risiken illegaler Produkte für Verbraucher nicht ordnungsgemäß bewertet haben. Es handele sich um einen besonders schwerwiegenden Verstoß gegen das Gesetz über digitale Dienste, den Digital Services Act (DSA), teilte die Brüsseler Behörde mit. Verbraucher in der EU stießen auf Temu mit hoher Wahrscheinlichkeit auf illegale Artikel, so die Kommission. Die zuständige Vizepräsidentin Henna Virkkunen kritisierte, Temus Risikobewertung unterschätze konkrete Risiken, sei zu unspezifisch, stütze sich nicht auf solide Belege und zeige nicht "das tatsächliche Ausmaß des potenziellen Schadens". Temu hat mittlerweile 130 Millionen Kunden in Europa. Nach Angaben der Behörde untermauern Testkäufe aus dem Vorjahr den Befund: Ein sehr hoher Prozentsatz geprüfter Ladegeräte habe grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden. Bei Babyspielzeug hätten viele Produkte Chemikalien-Grenzwerte überschritten oder durch abnehmbare Teile eine Erstickungsgefahr dargestellt. Zolldaten zeigten bei Produkten in den untersuchten Kategorien zudem hohe Raten an Verstößen. Temu teilte mit, die Entscheidung sorgfältig zu prüfen und alle verfügbaren Optionen abzuwägen. Das Unternehmen werde weiter konstruktiv mit der EU-Kommission zusammenarbeiten. Temu gebe europäischen Verbrauchern "Zugang zu einer breiten Palette erschwinglicher Produkte" und helfe auch europäischen Unternehmen, mehr Kunden zu erreichen. Es ist erst die zweite DSA-Sanktion überhaupt. Im Dezember hatte die Kommission Elon Musks Plattform X wegen Transparenzmängeln zu 120 Millionen Euro Strafe verurteilt. Beanstandet wird unter anderem eine irreführende Authentifizierung von Nutzerkonten durch den weißen Verifizierungshaken auf blauem Grund.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.