Änderungen im Juni 2026: Neuer Widerrufsbutton in Onlineshops, Tankrabatt endet voraussichtlich

Datum28.05.2026 10:37

Quellewww.zeit.de

TLDRAb Juni 2026 wird der Widerruf von Onlineverträgen durch einen neuen Button vereinfacht. Zudem endet der Tankrabatt, was zu höheren Kraftstoffpreisen führen könnte. Bei Honig werden genauere Herkunftsangaben zur Pflicht. Public-Viewing-Veranstaltungen während der WM 2026 erhalten befristete Ausnahmen vom Lärmschutz, um späte Spiele zeigen zu können.

InhaltVerträge lassen sich im Internet künftig leichter widerrufen. An Zapfsäulen endet der Tankrabatt und während der WM gilt ein Ausnahmelärmschutz. Das ändert sich im Juni. Zum Sommer 2026 treten mehrere Änderungen in Kraft, die Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag betreffen. Sie reichen von einem einfacheren Widerruf von Onlineverträgen über das Auslaufen des Tankrabatts und strengere Herkunftsangaben bei Honig bis hin zu befristeten Ausnahmen beim Lärmschutz für Public-Viewing-Veranstaltungen während der Fußball-WM. Alle Änderungen im Juni in der Übersicht: Verbraucherinnen und Verbraucher sollen Onlineverträge im Internet künftig einfacher widerrufen können. Eine EU-Richtlinie, die ab dem 19. Juni 2026 gilt, sieht vor, dass Verträge, die über eine Website oder App geschlossen wurden, per Klick auf einen gut sichtbaren Widerrufsbutton beendet werden können. Die Regelung soll für alle Unternehmen verpflichtend gelten, die Onlinevertragsschlüsse über eine Website, ein Onlineformular oder eine App anbieten. Geregelt wird die neue Verpflichtung in Deutschland im Bürgerlichen Gesetzbuch unter § 356a BGB. Viele Autofahrer zahlen an der Zapfsäule derzeit trotz weiterhin hoher Rohölpreise etwas weniger als befürchtet. Doch Ende Juni läuft der Tankrabatt von bis zu 17 Cent pro Liter durch eine Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin aus. Eine Verlängerung der Maßnahme vonseiten der Bundesregierung ist derzeit offen. Bislang sei vereinbart, dass die Entlastungsmaßnahme Ende Juni auslaufe, ​sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker Sepp Müller Ende Mai. "Ob es darüber ​hinaus ein weiteres Maßnahmenpaket bedarf, das wird die Lage ‌dann ⁠zeigen." Bei Bedarf sei die Koalition handlungsfähig. Die Maßnahme, die seit dem 1. Mai gilt, kostet den ​Staat rund 1,6 Milliarden Euro und wurde von Ökonomen stark kritisiert, weil sie nicht zielgenau bedürftige Menschen unterstützt. Auf Honiggläsern müssen künftig genauere Angaben zum Ursprungsland gemacht werden. Von Juni 2026 an greift eine bereits im Jahr 2024 beschlossene Reform der sogenannten EU-Frühstücksrichtlinie. Die bislang zulässige Sammelangabe "Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern" reicht dann nicht mehr aus. Stattdessen muss auf dem Etikett ausgewiesen werden, aus welchen Ländern der Honig stammt und zu welchem prozentualen Anteil. Die Reform sieht zudem Änderungen für weitere Produkte vor: Marmelade darf künftig weniger Zucker enthalten, außerdem werden Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz neu gekennzeichnet. Die Bundesregierung hat für die Fußball-WM der Männer 2026 befristete Ausnahmen beim Lärmschutz beschlossen. Damit können Public-Viewing-Veranstaltungen in Deutschland teilweise auch bis spät in die Nacht stattfinden. Die Sonderregelung gilt vom 20. Mai bis 31. Juli 2026. Hintergrund ist, dass viele Spiele wegen der Austragung in Mexiko, Kanada und den USA hierzulande erst in den späten Abendstunden oder nachts übertragen werden. Trotz der Ausnahmen gibt es keinen generellen Anspruch auf eine Genehmigung. Jede Veranstaltung muss einzeln geprüft werden. Die Entscheidung treffen die zuständigen Behörden vor Ort nach einer Abwägung zwischen Faninteresse und Schutz der Anwohner.