Tankrabatt: Verkehrsminister Schnieder dämpft Erwartungen an Verlängerung

Datum28.05.2026 09:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRBundesverkehrsminister Schnieder dämpft die Erwartungen auf eine Verlängerung des Tankrabatts über Juni hinaus. Er betont die finanziellen Grenzen des Staates und plädiert dafür, den Güterverkehr stärker zu entlasten. Der Tankrabatt, der seit Mai die Energiesteuern auf Benzin und Diesel senkt, soll nach aktuellem Stand Ende Juni auslaufen. Aktuelle geopolitische Spannungen lassen indes keine schnelle Entspannung der Rohstoffpreise erwarten.

InhaltNoch bis Ende Juni gilt der Tankrabatt. Er scheint halbwegs Wirkung zu zeigen. Doch der Verkehrsminister dämpft die Hoffnungen auf eine Verlängerung der Entlastung. Trotz Kritik von Experten hat die Regierung zum 1. Mai den Tankrabatt eingeführt. Bis zum 30. Juni wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent pro Liter gesenkt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat nun Erwartungen an eine Verlängerung des Tankrabatts über den 1. Juli hinaus gedämpft. "Der Staat kommt irgendwann an die Grenze seiner Möglichkeiten", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt". Schnieder sprach sich dafür aus, vor allem den Güterverkehr in den Blick zu nehmen. "Der hat große Auswirkungen auf das, was wir im Alltag spüren. Diese Preise werden weitergegeben, Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs werden teuer." Vor allem kleinere Unternehmen hätten es schwer. Mit dem Tankrabatt sollen Autofahrer und Unternehmen bei hohen Spritpreisen im Zuge des Irankriegs entlastet werden. Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin wurden um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Da auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine Reduzierung um 16,7 Cent – gerundet entspricht das 17 Cent. Dem Staat dürften durch die befristete Senkung Steuerausfälle von bis zu 1,6 Milliarden Euro entstehen. Die Gefahr, dass es in Deutschland zu einem physischen Mangel an Kraftstoffen kommt, sieht Schneider zumindest kurzfristig nicht. Bei Benzin und Diesel seien die Bezugsquellen diversifizierter, Deutschland sei "nicht so abhängig vom Nahen Osten", sagte er. Der CDU-Politiker sieht den Sommerreiseverkehr nicht gefährdet: "Er wird jedenfalls nicht daran scheitern, dass wir in Deutschland kein Kerosin zur Verfügung haben." Sorgen bereite derzeit vor allem die Preisentwicklung bei Kraftstoffen. Eine echte Entspannung auf den Rohstoffmärkten ist nicht in Sicht. Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel kräftig zugelegt. Am Markt wurde auf die neuen Angriffe in der Golfregion und eine weitere Sanktionsrunde der USA gegen den Iran verwiesen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli stieg um mehr als 3,58 Prozent auf 97,67 US-Dollar. Damit blieb die Notierung aber unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Die faktische Blockade der Straße von Hormus belastet die Weltwirtschaft massiv und ist für Iran das Druckmittel in Verhandlungen mit den USA.