Datum28.05.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDROstdeutsche Unternehmen sehen erhebliches Potenzial, fühlen sich aber von der Bundesregierung kaum unterstützt. Eine Umfrage zeigt, dass 53 % keine positiven Effekte aktueller wirtschaftspolitischer Maßnahmen spüren. Während die strukturellen Standortfaktoren positiv bewertet werden, bleibt die wirtschaftliche Stimmung angespannt. Gewünscht werden Bürokratieabbau und niedrigere Energiepreise, um Investitionen zu fördern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wirtschaftspolitik“. Lesen Sie jetzt „Ost-Firmen sehen Chancen - aber kaum Rückenwind aus Berlin“. Ostdeutsche Unternehmen sehen nach einer Umfrage großes Potenzial für ihren Wirtschaftsstandort, jedoch bislang keine Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Das geht aus dem "Transformationsbarometer" anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums in Bad Saarow (31. Mai bis 2. Juni) hervor. Die Vertrauenskrise bremse Investitionen, hieß es. 53 Prozent der Befragten sehen demnach keine positiven Effekte aktueller wirtschaftspolitischer Maßnahmen im eigenen Betrieb. Gefragt wurde dabei, ob etwa der Ausbau digitaler Infrastruktur, Bürokratieabbau, eine Senkung der Strom- und Energiekosten und staatliche Investitionsförderung derzeit "spürbar als positiv" wahrgenommen würden. Das Meinungsforschungsinstitut Civey befragte zwischen Februar und April repräsentativ 1.500 Entscheider aus der Privatwirtschaft in Ostdeutschland und Berlin. "Während die strukturellen Standortfaktoren Ostdeutschlands überwiegend positiv bewertet werden, bleibt die wirtschaftliche Stimmungslage angespannt", sagte Civey-Geschäftsführerin Janina Mütze. Wirtschaftsmanager wollen beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) über den Reformkurs der Regierung diskutieren. Nach der Umfrage schätzen 49 Prozent der Befragten die allgemeine wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland negativ ein, das Potenzial betrachten 57 Prozent aber als groß. Als positive Standortfaktoren gelten die Verfügbarkeit von Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu Wissenschaft und Forschung. Das größte Wachstum erwarten die Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, der Halbleiterindustrie und in der Verteidigungsindustrie. Am unteren Ende der Skala liegen dagegen die Branchen Chemie und der Fahrzeug- und Maschinenbau. Sie stecken in der Krise. Große Unternehmen in Deutschland kündigten Sparprogramme und einen Stellenabbau an. Von der Bundesregierung wünschen sich 66 Prozent der Befragten einen Bürokratieabbau und 54 Prozent eine Senkung der Energiepreise. Auch Steuererleichterungen für Unternehmen rangieren in der Umfrage vorne. © dpa-infocom, dpa:260528-930-138539/1