Datum28.05.2026 01:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Trump drohte dem verbündeten Oman mit Angriffen, sollte das Land mit dem Iran die strategisch wichtige Straße von Hormus kontrollieren. Dies widerspricht Trumps Aussage, dass die Meerenge für alle offen bleiben muss. Ein möglicher Deal mit Iran zur Beendigung des Krieges ist trotz Vermittlungsbemühungen Pakistans unsicher. Sanktionslockerungen für Iran schloss Trump aus.
InhaltDonald Trumps Aussage klang beiläufig, doch ihr Kern ist brisant: Bei einer Kabinettssitzung hat der US-Präsident über die Zukunft der Straße von Hormus gesprochen. Dabei warnte er den Partner Oman vor einer Kooperation mit Iran. Wenn es um Verbündete geht, nimmt es der US-Präsident nicht immer so ganz genau – die Nato-Partner können ein Lied davon singen. Nun hat Donald Trump dem mit den USA verbündeten Oman mit einem Angriff gedroht, sollte das Sultanat sich bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus auf die Seite Irans stellen. Oman müsse sich "verhalten wie alle anderen", sagte Trump am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Andernfalls müssten die USA "sie in die Luft jagen". Er war zuvor gefragt worden, ob er eine kurzfristige Vereinbarung akzeptieren würde, wonach Iran und der auf das gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs gelegene Oman die strategisch wichtige Meerenge kontrollieren könnten. Offenbar versucht Teheran, die Regierung in Maskat zu einer solchen Kooperation zu überreden. In Washington hält man davon wenig. "Nein, die Meerenge wird für alle offen sein", sagte der US-Präsident. "Das sind internationale Gewässer, und Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Das Weiße Haus antwortete zunächst nicht auf die Frage der Nachrichtenagentur AFP, ob Trump sich versprochen und eigentlich Iran statt Oman gemeint habe. Das US-Außenministerium veröffentlichte später allerdings einen Ausschnitt und ein Transkript der Äußerungen Trumps zu Oman – ohne Korrektur oder Klarstellung. Oman ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat versucht, im Irankrieg zu vermitteln. Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf Iran begonnen. Seitdem ist auch die Straße von Hormus ein zentraler Streitpunkt. Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert. Trump verwechselte bei derselben Kabinettssitzung offenbar auch Iran mit Venezuela. So sagte er, Venezuela habe "keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr" – eine Formulierung, die Trump wiederholt mit Blick auf Iran verwendet hatte. Aus der Sicht von Trump ist der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Kriegs noch nicht zufriedenstellend. In einer der Sitzung seines Kabinetts sagte der Republikaner, Iran sei sehr entschlossen: "Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen." Die US-Regierung sei damit aber noch nicht "zufrieden". Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiterkämpfen werde – er sprach davon, dann "die Sache zu Ende" zu bringen. Damit ist weiterhin unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA kommen wird. Trump hatte am Wochenende Hoffnungen auf eine schnelle Einigung geweckt, diese aber später wieder etwas gedämpft, indem er sagte, beide Seiten müssten sich die nötige Zeit nehmen. Die USA hatten an der Seite von Israel am 28. Februar den Krieg gegen Iran begonnen. Eine Kernforderung der USA ist es, dass das Land niemals in den Besitz einer Atomwaffe kommen dürfe. Trump bestritt, dass es mögliche Sanktionslockerungen für Iran geben könnte. "Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen", sagte der Republikaner in der Kabinettsitzung. Auch über Gelder, die Iran für sich beanspruche, habe man im Moment weiter die Kontrolle. Trump war von einer Reporterin gefragt worden, ob die USA erwögen, Sanktionen gegen Iran zu lockern, damit das Land wieder sein Rohöl verkaufen dürfe. Die USA haben Iran seit Jahrzehnten mit Sanktionen belegt, um dessen Einnahmen aus dem Ölverkauf zu schwächen. Auch Vermögenswerte sind eingefroren. Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe. Trotzdem gab es rund um die Straße von Hormus schon mehrere gegenseitige Angriffe (mehr hier). Die jüngsten Attacken sowie Israels Vorgehen im Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz überschatten die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Irankriegs. Pakistan vermittelt dabei zwischen den USA und Iran. Das Regime in Teheran scheint gestärkt aus dem Konflikt mit den USA und Israel hervorzugehen. Doch die Wirtschaft liegt am Boden, die Zahl der Hinrichtungen steigt. Und immer mehr Frauen zeigen sich ohne Kopftuch auf der Straße. Mehr dazu hier .