Datum28.05.2026 00:56
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Washington, USA, platzte ein millionenschwerer Chemikalientank bei einer Verpackungsfirma. Neun Menschen gelten als vermisst, zwei Todesfälle sind bestätigt. Einsatzkräfte rechnen nicht mehr mit Überlebenden, sondern mit Bergung. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Gouverneur Ferguson bezeichnete es als potenziell tödlichste Industriekatastrophe in der Geschichte des Bundesstaates. Der Tank enthielt Weißlauge. Die Räumung ist wegen Einsturzgefahr erschwert.
InhaltIm US-Bundesstaat Washington ist es zu einem schweren Unfall mit einem mehrere Millionen Liter fassenden Chemietank gekommen. Für die Vermissten sehen die Einsatzkräfte keine Hoffnung mehr. Nach dem schweren Unglück auf dem Gelände einer Verpackungsfirma in Longview im Nordwesten der USA rechnen die Einsatzkräfte nicht mehr mit Überlebenden. Es gehe nicht mehr darum, Menschen zu retten, sondern sie zu bergen, sagte der örtliche Feuerwehrchef Scott Goldstein. Bisher sind zwei Todesfälle bestätigt worden, neun Menschen werden noch vermisst. Sieben verletzte Mitarbeiter befänden sich weiter im Krankenhaus, ein Feuerwehrmann sei mittlerweile wieder zu Hause, teilte Goldstein mit. Der Gouverneur von Washington, Bob Ferguson, sagte: "Wir bereiten uns darauf vor, dass dies die tödlichste Industriekatastrophe in der modernen Geschichte des Bundesstaates Washington sein wird." Am Dienstag war auf dem Gelände der Firma, die Kartons für Flüssigkeiten herstellt, ein mehr als 3,4 Millionen Liter fassender Tank mit Weißlauge geborsten. Die Räumungsarbeiten gestalten sich schwierig, weil der Tank einsturzgefährdet ist. Wie die Feuerwehr mitteilte, müssen geborgene Personen zunächst dekontaminiert werden, bevor sie dem Gerichtsmediziner zugestellt werden. Weitere Angaben zu den Opfern könne es erst geben, wenn alle Familien verständigt worden seien. Gouverneur Ferguson, sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. "Meine Gedanken sind bei den Arbeitern und ihren Familien sowie bei den Ersthelfern", schrieb der Demokrat auf X. Die US-Senatorin im Kongress für den Bundesstaat Washington, Patty Murray, sagte vor Ort, dass es viele Fragen dazu gebe, wie es zu dem Vorfall gekommen sei. "Ich kann Ihnen versichern, dass wir alle weiterhin darauf drängen werden, Antworten auf diese Fragen zu bekommen", so Murray. In den vergangenen Tagen hatte bereits die drohende Explosion eines Chemietanks im Süden Kaliforniens die Menschen in der Gegend in Angst und Schrecken versetzt. Zehntausende Anwohner mussten ihre Häuser angesichts der Gefahr einer Explosion einer leicht entzündlichen Chemikalie verlassen. Inzwischen durften alle Evakuierten wieder in ihre Häuser zurückkehren.