Hamburg: Mutmaßlicher Sexualstraftäter »White Tiger« wegen Mordes angeklagt

Datum15.10.2025 15:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 21-jährigen mutmaßlichen Cyberkriminellen "White Tiger" erhoben, dem Mord und versuchten Mord in mehreren Fällen zur Last gelegt wird. Er soll über 200 Straftaten begangen haben, darunter die Internetmanipulation von Kindern, die zu Selbstverletzung führten. Ein 13-jähriger US-Amerikaner beging Suizid, und eine 14-jährige Kanadierin versuchte, sich das Leben zu nehmen. "White Tiger" wurde im Juni festgenommen und bestreitet die Vorwürfe. Er sitzt im Jugendgefängnis.

InhaltDie Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Cyberkriminellen erhoben. Der als "White Tiger" bekannte 20-Jährige soll mehr als 200 Straftaten begangen haben. Ein Opfer beging Suizid. Gegen den als "White Tiger" im Internet auftretenden mutmaßlichen Cyberkriminellen ist Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg legt dem heute 21-Jährigen unter anderem Mord und versuchten Mord zur Last. Das teilte die Behörde in der Hansestadt mit. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, soll der Mann 204 Straftaten begangen haben, jeweils verübt in mittelbarer Täterschaft. Vorgeworfen wird ihm unter anderem der Mord an einem US-amerikanischen Jungen sowie versuchter Mord in fünf Fällen. "White Tiger" war Mitte Juni in der Wohnung seiner Eltern in Hamburg festgenommen worden. Er soll Kopf einer Gruppe von Cyberkriminellen sein, die aus sexueller Motivation heraus acht Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren im Internet zu Gewalt gegen sich selbst gezwungen haben. Die Kinder stammen den Angaben der Ermittlungsbehörden zufolge aus Deutschland, England, Kanada, den USA, zwei aus Hamburg und eines aus Niedersachsen. Ein 13-jähriger US-Amerikaner wurde demnach in den Suizid getrieben. Eine 14-jährige Kanadierin habe versucht, sich umzubringen. Der junge Mann, der zeitweise an einer privaten Uni Medizin studiert hatte, streitet alle Vorwürfe ab. Er sitzt derzeit im Jugendgefängnis auf der Elbinsel Hahnöfersand bei Jork in Niedersachsen. Die Hamburger Polizei hatte bereits im Jahr 2021 gegen den Mann ermittelt. Damals ging es laut früheren Angaben der Staatsanwaltschaft um den Verdacht des Besitzes jugendpornografischer Aufnahmen. Er wurde vernommen, die Ermittlungen anschließend aber wegen Geringfügigkeit eingestellt. Lesen Sie hier  , wie ein FBI-Agent wegen des Falls an der Hamburger Polizei verzweifelte.