Datum27.05.2026 23:56
Quellewww.zeit.de
TLDRUS-Außenminister Marco Rubio bezeichnet die kubanische Führung als "unfähig" und sieht in einem gescheiterten Staat Kuba eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Trumps Wunsch nach einem Regierungswechsel und verschärften Spannungen, verstärkt durch die schwerste Wirtschaftskrise Kubas seit 1959, ausgelöst durch US-Sanktionen und ein Ölembargo. Kuba fürchtet eine humanitäre Katastrophe.
InhaltUS-Präsident Donald Trump hat zuletzt vermehrt betont, dass sein Ziel ein Regierungswechsel in Kuba sei. Nun kritisiert der US-Außenminister die kubanische Führung. US-Außenminister Marco Rubio hat der Regierung von Kuba Versagen vorgeworfen. Kuba stecke in großen Problemen und werde von "unfähigen Kommunisten" geführt, sagte Rubio bei einer Kabinettssitzung mit US-Präsident Donald Trump und anderen Ministern. Der Außenminister machte keine Angaben dazu, ob die USA möglicherweise einen militärischen Einsatz in Kuba planen. Er sagte aber: "Ein gescheiterter Staat, der nur 90 Meilen vor unserer Küste liegt, stellt eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar." Nachdem US-Soldaten Anfang des Jahres den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen hatten, hatte Trump mehrfach die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass die USA Kuba übernehmen könnten. Ein US-Haftbefehl gegen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro vergangene Woche hatte Sorgen geschürt, dass er ebenso in die USA gebracht werden könnte wie Maduro. Hintergrund der Klage ist der Abschuss zweier ziviler US-Flugzeuge im Jahr 1996, bei dem vier US-Bürger starben. Seit Trump seine zweite Amtszeit angetreten hat, verschlechtert sich die seit Jahren angespannte Beziehung zwischen Kuba und den USA. Im Januar 2025 setzte der US-Präsident Kuba wieder auf die US-Terrorliste. Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit der sozialistischen Revolution 1959. Jahrzehntelang stand der Inselstaat unter harten US-Sanktionen, die Situation verschlechterte sich jedoch zusätzlich nach dem US-Angriff auf Venezuela im Januar 2026. Kuba war von venezolanischen Öllieferungen abhängig, Trump stoppte die Lieferungen und verhängte zudem ein Ölembargo gegen Kuba. Anderen Staaten drohte er mit Sanktionen, sollten sie das Land mit Öl versorgen. Immer wieder führen das marode Stromnetz und der Erdölmangel zu großflächigen Blackouts in Kuba. Mit der anhaltenden Blockade werden die Reserven im Land knapp. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla sagte am Dienstag in einer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat, seinem Land drohe eine "humanitäre Katastrophe". Er bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe.