Villach: Lebenslange Haft für Messerangriff in Österreich

Datum27.05.2026 23:11

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 24-jähriger Islamist wurde in Villach, Österreich, wegen eines Messerangriffs, bei dem ein 14-Jähriger getötet und fünf weitere verletzt wurden, zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann gestand die Tat, zeigte keine Reue und gab an, im Namen des IS gehandelt zu haben. Er wurde wegen Mordes, versuchten Mordes und terroristischer Straftaten angeklagt. Der Täter, ein syrischer Flüchtling, erlitt eine "Blitzradikalisierung" über soziale Medien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

InhaltEr tötete einen 14-Jährigen und verletzte fünf weitere Menschen teils lebensgefährlich: Dafür ist ein 24-Jähriger in Österreich zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Prozess zeigte er keine Reue. Für ein Messerattentat mit einem Toten und fünf Verletzten im österreichischen Villach ist ein 24-jähriger Islamist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landesgericht Klagenfurt verurteilte den Geflüchteten wegen Mordes, fünffachen Mordversuchs und terroristischer Straftaten. Der Syrer hatte am 15. Februar 2025 auf sechs Passanten in Villach im südlichen Bundesland Kärnten eingestochen. Der Angriff dauerte nach Angaben der Staatsanwältin weniger als zwei Minuten. "Er wollte, dass jedes Opfer stirbt und dass noch viel mehr Menschen sterben", sagte sie. Der Verteidiger des Mannes hatte von einem "erschütternden Beweisverfahren" gesprochen. Der Angeklagte sei in Österreich über die sozialen Medien in die Fänge des "Islamischen Staats" (IS) geraten. Angeklagt war der Mann unter anderem wegen Mordes und Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung – konkret wegen seiner Verbindung zum Terrornetzwerk IS. Er hat die Tat gestanden. Vor der Polizei hatte er angegeben, dass er die Tat begangen habe, um den IS zu stärken. Er sehe sich als "Krieger des IS", der das Ziel habe, westliche Männer zu töten. Eigentlich habe er noch mehr Menschen töten wollen. Dazu habe er vorher bereits andere Anschlagspläne gewälzt, sagte der Angeklagte auf Nachfrage der Staatsanwältin: "Ich hatte andere Szenarien, aber leider keinen Zugang zu anderen Waffen, wie einen Sprenggürtel, mit dem ich noch mehr Menschen töten hätte können." Die Frage, ob er die Tat bereue, verneinte der Angeklagte auch vor Gericht. Der Prozess gegen den Mann hatte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. Der 24-Jährige nahm im Landesgericht Klagenfurt hinter einer eigens errichteten Glaswand Platz. Er wurde von maskierten Beamten bewacht. Seine Handschellen wurden ihm für den Prozess nicht abgenommen. Das erste und jüngste Opfer war ein 14-Jähriger, den der Attentäter an sich heranzog und in die Brust stach, hieß es. Der Junge starb nach dem Angriff. Vier der fünf anderen Opfer wurden laut der Anklage lebensgefährlich verletzt. Der Syrer wurde von einem ebenfalls syrischen Essenslieferanten gestoppt, der den Verdächtigen mit seinem Fahrzeug anfuhr. Der Angeklagte hatte 2020 in Österreich Asyl beantragt und erhalten. Ab 2024 habe er sich immer mehr isoliert, so die Staatsanwältin, die von einer "Blitzradikalisierung" sprach. Zwei Tage vor der Tat habe der Mann auf der Plattform TikTok ein Video aufgenommen, in dem er dem IS die Treue geschworen habe. Er habe demnach in dem Video auch davon gesprochen, dass er Ungläubige "wie Schafe schlachten" werde. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig.