Datum27.05.2026 20:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Generalstaatsanwältinnen aus New York und New Jersey untersuchen die Ticketpraktiken der FIFA für die Fußball-WM. Sie werfen dem Weltverband irreführende Preisgestaltung und künstliche Verknappung vor, die zu horrenden Preisen und schlechteren Plätzen für Fans führe. Dies betreffe auch die WM-Spiele, deren Preise frühere Turniere deutlich überstiegen. Ziel sei der Schutz der Verbraucher.
InhaltDie Ticketpreise bei der Fußball-WM haben in den USA Verbraucherschützer alarmiert. Die Bundesstaaten New York und New Jersey prüfen nun, ob der Weltverband die Fans mit seinen Preiskategorien getäuscht hat. Der Wirbel um die Preiskategorien bei den Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft dauert an. Nun kündigen auch die Generalstaatsanwältinnen von New Jersey und New York, Jennifer Davenport und Letitia James, eine Untersuchung wegen Berichten über möglicherweise irreführende Ticketvergabepraktiken der Fifa an. Die Generalstaatsanwältinnen haben eine Anfrage an den Weltverband geschickt, um Informationen über deren Vergabepraxis zu erhalten. In New Jersey findet unter anderem das WM-Finale am 19. Juli statt. "Ehrlichkeit beim Ticketverkauf ist nicht kompliziert. Doch die Fifa hat den Ticketkauf für die Weltmeisterschaft zu einem wahren Labyrinth aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und horrenden Preisen gemacht – und das alles auf Kosten der Verbraucher und der hart arbeitenden Bürger New Jerseys", sagte Generalstaatsanwalt Davenport in einer Mitteilung. "Wir werden das Vorgehen der Fifa gründlich untersuchen und stehen gemeinsam mit Generalstaatsanwältin James für den Schutz unserer Verbraucher ein. Es ist uns eine Ehre, die Weltmeisterschaft auszurichten, aber dieses Ereignis ist keine Einladung, unsere Einwohner und Besucher auszubeuten", sagte Davenport weiter. Die Generalstaatsanwältinnen wollen auch die Ticketpreise der Fifa für die WM-Spiele untersuchen, die die Preise aller vorherigen Weltmeisterschaften deutlich überstiegen haben. Hintergrund sind Medienberichte, wonach Tickets auf Grundlage bestimmter auf Stadionplänen abgebildeter Sitzplatzkategorien verkauft wurden. Später sollen diese Kategorien geändert worden sein, bevor konkrete Plätze zugewiesen wurden. Viele Fans bekamen so plötzlich schlechtere Plätze zugeteilt als erwartet. Zuvor hatte bereits Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta ein Schreiben an den Weltverband geschickt, um mögliche Verstöße gegen kalifornisches Verbraucherschutzrecht zu prüfen. Die Fifa hatte im April nach einem Bericht der "New York Times" erklärt, die dargestellten Kategorienpläne seien lediglich eine Orientierungshilfe für Fans gewesen, wo sich ihre Plätze im Stadion befinden könnten. Auch unabhängig von dem Wirbel um die verschiedenen Preiskategorien steht die Fifa wegen der hohen Ticketpreise seit längerem in der Kritik. Die dynamische Preisgestaltung, bei der die Kosten je nach Nachfrage steigen oder fallen, steht dabei im Mittelpunkt des Ärgers.