Datum27.05.2026 17:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas hessische Startup Focused Energy hat 240 Millionen US-Dollar für die Entwicklung des weltweit ersten Laserfusionskraftwerks eingeworben. Dieses soll am ehemaligen Standort Biblis entstehen. Die Finanzierung kommt von Investoren wie RWE und Prime Movers Lab. Ziel ist ein funktionsfähiges Kraftwerk bis 2035, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Dieser Schritt soll Hessen als Zentrum für Fusionsforschung etablieren und positioniert die Technologie als umweltfreundliche Energielösung.
InhaltIm Rennen um das erste Laserkernfusionswerk der Welt spielt auch ein Start-up aus Hessen mit. Jetzt hat "Focused Energy" einen Millionenbetrag zugesagt bekommen. Kein CO₂, kaum radioaktiver Müll: Das südhessische Kernfusions-Start-up "Focused Energy" hat 240 Millionen US-Dollar (rund 206 Millionen Euro) zur Weiterentwicklung seiner Technologie eingeworben. Am einstigen Kernkraft-Standort Biblis soll das erste Laserfusions-Kraftwerk der Welt entstehen. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) bezeichneten die Zusage als großen Schritt, um Hessen zu einem führenden Standort für Spitzenforschung und Entwicklung der laserbasierten Kernfusion auszubauen. Die Mittel kommen laut einer Mitteilung der Staatskanzlei unter anderem von RWE, der Bundesagentur für Sprunginnovationen sowie europäisch und hessisch kontrollierten Förderfonds. Der Lead-Investor Prime Movers Lab stammt aus den USA. Focused Energy arbeitet derzeit an Prototypen für die wichtigsten Komponenten eines Laserfusionskraftwerks. 2035 soll auf dem Gelände des früheren Atomkraftwerks in Biblis ein funktionsfähiges Kraftwerk stehen, also eines, das mehr Energie liefert, als es im Erzeugungsprozess verschlingt. Das 2021 aus der TU Darmstadt hervorgegangene Start-up hat dazu im vergangenen Frühjahr eine Absichtserklärung mit dem Bundesland Hessen und RWE unterzeichnet. Der Essener Energiekonzern ist damit als ehemaliger Betreiber von Atomkraftwerken sowohl an einem Laserfusions- als auch an einem Magnetfusionsprojekt beteiligt. Wissenschaftler arbeiten seit Jahrzehnten an der Idee, per Kernfusion Energie zu erzeugen, also mit der Energie, die frei wird, wenn zwei Wasserstoffkerne zu einem Heliumkern verschmelzen. Seit einigen Jahren liefern sich Start-ups aus den USA, Kanada, China und Europa einen Wettlauf um eine mögliche Kommerzialisierung der Fusionsenergie. Dabei haben sich zwei Lager gebildet. Eine Gruppe arbeitet mit Lasertechnologie. Eine andere setzt auf eine Art Magnetkäfig, in dem die Verschmelzung der Wasserstoffkerne stattfinden soll, darunter das von RWE und dem Freistaat Bayern geförderte Unternehmen Proxima Fusion.Lesen Sie auch: Weltweit hat ein Wettlauf um den Bau von Fusionskraftwerken begonnen. Ein Quartett deutscher Start-ups mischt mit. Ihre Chancen stehen gar nicht so schlecht .