Nachrichtenpodcast: Nach dem Schuldspruch ist vor dem Terrorprozess

Datum27.05.2026 17:09

Quellewww.zeit.de

TLDREx-RAF-Mitglied Daniela Klette wurde wegen acht Raubüberfällen zu 13 Jahren Haft verurteilt. Parallel dazu steht sie wegen Anschlägen aus ihrer RAF-Zeit vor einem weiteren Prozess. Bundeswirtschaftsministerin Reiche fordert in China offenere Lieferketten und fairen Wettbewerb, bei deutlichem Ungleichgewicht der Handelsbilanz. Wirtschaftsweisen senken Wachstumsprognose für Deutschland. Superreiche häufen mehr als ein Viertel des deutschen Finanzvermögens an.

InhaltNach der Verurteilung wegen Raub wartet schon die nächste Anklage. Was wird Ex-RAF-Mitglied Daniela Klette nun vorgeworfen? Und: Wirtschaftsministerin Reiche in China Am heutigen Mittwoch wurde Ex-RAF-Mitglied Daniela Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach sie wegen acht schwerer Raubüberfälle schuldig, die sie gemeinsam mit den flüchtigen früheren RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub verübt haben soll. Bei den Taten wurden zwischen 1999 und 2016 insgesamt 2,4 Millionen Euro erbeutet, um das Leben im Untergrund zu finanzieren. Die Verteidigung hatte zuvor einen Freispruch gefordert, da Klettes Beteiligung an den Überfällen nicht bewiesen sei. Nun wurde eine weitere Anklage gegen Klette wegen diverser Anschläge, die sie zu ihrer aktiven RAF-Zeit begangen haben soll, erhoben. Welchen Eindruck Klette während des Prozesses gemacht hat und wie sie sich gegenüber den Opfern der Raubüberfälle geäußert hat, berichtet Nina Monecke aus dem Politikressort der ZEIT im Podcast. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ist derzeit für Gespräche über die wirtschaftliche Zusammenarbeit in China. Dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao gegenüber forderte sie offenere Lieferketten, faireren Wettbewerb und einen verlässlichen Zugang für deutsche Unternehmen zu seltenen Erden in China. Ihr Amtskollege warb zwar für mehr Kooperation, warf der Europäischen Union jedoch eine protektionistische Handelspolitik vor. China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, aber das Verhältnis ist unausgewogen. Während die Einfuhren aus China nach Deutschland im vergangenen Jahr auf fast 171 Milliarden Euro stiegen, gingen die deutschen Exporte nach China spürbar auf rund 81 Milliarden Euro zurück. Außerdem im Update: Die Wirtschaftsweisen haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland wegen der Auswirkungen des Irankriegs spürbar nach unten korrigiert. Sie erwarten in ihrem Frühjahresgutachten für dieses Jahr nur noch 0,5 statt bisher 0,9 Prozent Wirtschaftswachstum und eine steigende Inflation von 3 Prozent. Zudem warnt das Gremium vor steigenden Sozialabgaben, die die Wirtschaft ausbremsen. Und: Laut der Boston Consulting Group besitzen Superreiche mehr als ein Viertel des deutschen Finanzvermögens. Die Gruppe der Menschen mit über 100 Millionen US-Dollar wächst dabei rasant. Allein im Jahr 2025 gab es hierzulande, vor allem dank hoher Gewinne am Aktienmarkt, rund 1.100 neue Superreiche. Und sonst so? Ravende Partylöwen fliegen durch eine Wildkamera in der Grünheide auf. Moderation und Produktion: Azadê Peşmen Redaktion: Elise Landschek Mitarbeit: Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.