Datum15.10.2025 15:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass die globale Staatsverschuldung bis 2029 über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung ansteigen wird, der höchste Stand seit 1948. Die Unterschiede zwischen Ländern sind jedoch erheblich, mit vielen wichtigen Volkswirtschaften wie den USA und China auf einem steigenden Schuldenpfad. 55 Staaten haben bereits Probleme mit der Schuldenbedienung. Der IWF fordert Prioritäten in der Haushaltspolitik und den Aufbau finanzieller Puffer, um zukünftigen Krisen gewachsen zu sein.
InhaltDie öffentliche Verschuldung steigt bis 2029 auf den höchsten Stand seit 1948, prognostiziert der Internationale Währungsfonds. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind jedoch groß. Die weltweite Staatsverschuldung wird bis zum Jahr 2029 die Marke von 100 Prozent der Wirtschaftsleistung überschreiten. Das geht aus einem neuen Bericht des Internationalen Währungsfonds hervor, der zur IWF-Herbsttagung in Washington veröffentlicht wurde. "In diesem Szenario würde die öffentliche Verschuldung auf den höchsten Stand seit 1948 steigen", hieß es vonseiten des IWF. Die Unterschiede sind dabei allerdings groß: "Länder unterscheiden sich stark in ihren Defiziten und Schuldenständen", so die Experten der internationalen Finanzorganisation, die in Notfällen mit Krediten einspringt. In den kommenden fünf Jahren dürfte zwar die Zahl der Länder mit einer Gesamtverschuldung von über 100 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung kontinuierlich abnehmen. Viele wichtige Volkswirtschaften sind aber auf dem gegenteiligen Pfad. Dazu gehören etwa die USA, China, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Laut IWF haben derzeit 55 Staaten Probleme, ihre Schulden zu bedienen oder stehen kurz vor einer solchen Herausforderung. Dabei liegen die Schuldenstände oft unter 60 Prozent der Wirtschaftsleistung. "Es liegt nicht nur am Umfang der Schulden, sondern auch an den Kosten", so die Experten. Der Schuldendienst ist durch die gestiegenen Zinsen teurer geworden. Gleichzeitig müssten viele Regierungen beträchtliche Summen in die Verteidigung, neue Technologien, zur Bewältigung von Naturkatastrophen oder in das Rentensystem stecken. Prioritäten in der Haushaltspolitik seien daher gefragt, um die Schulden tragfähig zu halten. Außerdem müssten die Staaten unbedingt neue Puffer aufbauen, um in der nächsten Krise gegenhalten zu können.