Datum27.05.2026 16:10
Quellewww.zeit.de
TLDRÜber 300 Kulturschaffende fordern in einem offenen Brief das Berliner Theatertreffen auf, die geplante Abschaffung der Frauenquote für 2027/2028 zu überdenken. Sie kritisieren dies als fatale Entscheidung, da Frauen im Theaterbetrieb weiterhin strukturell benachteiligt seien. Die Quote, die seit 2020 eine Hälfte der ausgewählten Produktionen von Frauen oder weiblichen Kollektiven forderte, sei ein wichtiges Signal für Chancengleichheit. Die Unterzeichner sehen die Fortschritte der letzten Jahre durch gesellschaftliche Gegenbewegungen gefährdet.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bühne“. Lesen Sie jetzt „Offener Brief für Frauenquote beim Berliner Theatertreffen“. Mehr als 300 Kulturschaffende haben sich in einem offenen Brief für das Festhalten an der Frauenquote beim Berliner Theatertreffen ausgesprochen. Die angekündigte Abschaffung sei eine fatale Entscheidung, heißt es in dem Schreiben an die Jury und Leitung des Theatertreffens sowie an die Intendanz der Berliner Festspiele. Die strukturelle Benachteiligung von Frauen im Theaterbetrieb bestehe weiterhin. Unterzeichnet haben das Protestschreiben unter anderem Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseurinnen und Regisseure sowie Dramaturginnen und Dramaturgen. Darunter sind zahlreiche Prominente aus der Theater- und Filmszene von Sandra Hüller bis Bjarne Mädel. "Fortschritte der vergangenen Jahre geraten angesichts gesellschaftlicher und politischer Backlash-Tendenzen zunehmend wieder unter Druck", lautet die Kritik. Mit der Quote habe das Theatertreffen ein wichtiges künstlerisches und kulturpolitisches Signal gesetzt. "Chancengleichheit entsteht nicht von selbst; sie muss aktiv hergestellt und abgesichert werden." Zum Abschluss des diesjährigen Theatertreffens Mitte Mai hatte das Festival mitgeteilt, die Jury habe sich nach ausgiebiger Beratung entschieden, für die Festivalausgaben 2027 und 2028 ohne Berücksichtigung der Frauenquote zu sichten und einzuladen. Für das Bühnenfestival werden jeweils die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt. Seit 2020 galt dabei, dass mindestens die Hälfte von Frauen oder überwiegend weiblichen Kollektiven stammen muss. © dpa-infocom, dpa:260527-930-136489/1