Datum27.05.2026 14:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRBrandenburgs Polizei verstärkt Kontrollen wegen über 200 gestohlener Rinder im Wert von 337.000 Euro. Organisierte Tätergruppe mutmaßlich im osteuropäischen Ausland aktiv. Geplante Schwerpunktkontrollen von Tiertransporten mit Veterinäramt, auch grenzüberschreitende Kooperationen. Landwirte werden zu höheren Sicherheitsvorkehrungen beraten.
InhaltMehr als 200 Rinder sind in den vergangenen Wochen in Brandenburg verschwunden. Die Polizei geht von professionell agierenden Viehdieben aus – und hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Polizei in Brandenburg geht nach mehreren Fällen von gestohlenen Rindern verstärkt gegen Viehdiebe vor. Man werde ein besonderes "Augenmerk auf Tiertransporte" legen, sagte ein Polizeisprecher im Brandenburger Süden. Deshalb seien in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Veterinäramt Schwerpunktkontrollen geplant. Die Beamten betonten, landesweit kontrollieren zu wollen. Die Kontrollen würden sich aber nicht nur auf klassische Viehtransporter konzentrieren. Auch andere Fahrzeuge könnten in Augenschein genommen werden. Geprüft werden unter anderem die Ohrmarken der Tiere und die Frachtpapiere. Seit März gab es mehrere Fälle von Rinderdiebstahl von Weiden und aus Ställen, überwiegend im südlichen Brandenburg. Es seien insgesamt 233 Rinder gestohlen worden, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) vor wenigen Tagen. Der Gesamtschaden betrug ihm zufolge 337.000 Euro. Der Landesbauernverband geht von professionell agierenden Tätern aus, die nachts viele Tiere in einen Viehtransporter laden. Die Polizei richtete zuletzt die Ermittlungsgruppe "Weide" ein, um die Taten aufzuklären. Sie soll auch mit Unterstützung aus Polen und an den Grenzübergängen kontrollieren. Möglicherweise habe sich eine Tätergruppe in Osteuropa oder sogar auch außerhalb der EU darauf spezialisiert, diese Taten zu begehen, sagte Redmann. Die Polizei berät nun auch mit gefährdeten Agrarbetrieben, wie sie den Schutz vor Viehdieben etwa mit technischen Mitteln wie Lichtschranken oder Kameras und mehr Kontrollgängen erhöhen können. Minister Redmann sagte: "Es ist unmöglich, jede Koppel in Brandenburg mit einem Streifenwagen zu versehen." Die Polizei werde vor allem Viehtransporte nachts und am frühen Morgen kontrollieren, "um künftige Diebstähle dieser Größenordnung möglicherweise auf frischer Tat auch aufklären zu können", so Redmann. Zudem gebe es mit der polnischen Polizei einen Austausch, um in der Grenzregion Viehtransporte in den Blick zu nehmen.