Datum27.05.2026 14:46
Quellewww.zeit.de
TLDRMedizinische Experten fordern dringend die Vernetzung von Gesundheitsdaten zur Verbesserung von KI-Anwendungen in der Patientenversorgung. Karlhans Endlich von der Unimedizin Greifswald kritisiert das bisher ungenutzte Potenzial von landesweiten Daten und plädiert für eine zentrale Gesundheitsdaten-Plattform. Eine aktualisierte Gesetzgebung in Mecklenburg-Vorpommern erleichtert nun die Forschungsdatennutzung durch eine Widerspruchslösung. Ziel ist es, durch Zugriff auf größere Datenmengen präzisere KI-Systeme zu entwickeln, wie Beispiele aus Greifswald und Rostock zeigen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Künstliche Intelligenz“. Lesen Sie jetzt „Vernetzung von Gesundheitsdaten für KI-Training gefordert“. Aus der Medizin kommt der Ruf nach einer besseren Nutzung landesweiter Gesundheitsdaten zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). "Wir in Mecklenburg-Vorpommern haben Unmengen von Gesundheitsdaten in den Krankenhäusern, um die besten KIs für den Zweck der Patientenversorgung zu entwickeln, aber wir lassen dieses Potenzial bisher ungenutzt", kritisierte Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Greifswald (UMG). Auf der Digitalmesse NØRD in Rostock forderte er den Aufbau einer landesweiten Gesundheitsdaten-Plattform. Je mehr gute Daten zur Verfügung stünden, desto präziser funktioniere eine daraus entwickelte KI, hieß es in einer Mitteilung der UMG. In Greifswald gibt es bereits mehrere Projekte zur KI-Entwicklung mittels Patientendaten. Dabei geht es etwa darum, anhand von Netzhautaufnahmen Hinweise auf Krankheiten und gesundheitliche Risiken zu liefern. Ein anderes Projekt unter Beteiligung auch der Universitätsmedizin Rostock (UMR) zielt auf eine bessere Früherkennung von Sepsis ab. Die Forschung in Mecklenburg-Vorpommern profitiert inzwischen von einer 2024 vorgenommenen Überarbeitung des Landeskrankenhausgesetzes. Die Datenverarbeitung zu Forschungszwecken basiert nicht mehr auf aktiver Einwilligung, sondern auf einer Widerspruchslösung. "Das Gesundheitsforschungsstärkungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern war ein riesiger Fortschritt", lobte Endlich. Alleine an der UMG kämen jährlich Millionen neue Daten hinzu. "Die Menge der Daten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern ist selbstverständlich noch sehr viel höher. Dafür müssen wir nun gemeinsam die Infrastruktur schaffen. Ein erster Schritt wären Schnittstellen zu den anderen Krankenhäusern, um den Austausch zu ermöglichen." © dpa-infocom, dpa:260527-930-135898/1