Ebolaaussbruch in der Demokratischen Republik Kongo: Lauterbach fordert nach Ebolaausbruch mehr Entwicklungshilfe

Datum27.05.2026 08:08

Quellewww.zeit.de

TLDRDer parteilose Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert nach dem Ebolaausbruch im Kongo mehr Entwicklungshilfe. Er argumentiert, dass Sparmaßnahmen bei der Entwicklungshilfe angesichts von mehr als 900 Verdachtsfällen und vielen Todesopfern die Ausbreitung von Viren wie Ebola zu Pandemien begünstigen. Dies berge auch wirtschaftliche Risiken für Deutschland und könne zu Flüchtlingswellen führen. Lauterbach kritisiert rechte Parteien für Forderungen nach Kürzungen und plädiert für eine Aufstockung des Entwicklungsbudgets.

InhaltDeutschland dürfe nicht bei der Entwicklungshilfe sparen, fordert Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Sonst könnten sich Viren wie Ebola zu Pandemien ausbreiten. Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat wegen des Ebolaausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo mehr deutsche Entwicklungshilfe gefordert. "Der Ebolaausbruch verdeutlicht, dass wir keinesfalls bei der Entwicklungszusammenarbeit sparen dürfen", sagte Lauterbach der Rheinischen Post. "Deutschland sollte seinen Etat für das Entwicklungsministerium wie beim Thema Verteidigung konsequent aufstocken, nicht zusammenstreichen." Bei der Entwicklungshilfe gehe es nicht nur um humanitäre Leistungen, sondern "vor allem auch um Eigenschutz", sagte Lauterbach. Die Kürzung der US-Entwicklungshilfe führe bereits jetzt dazu, dass Gesundheitssysteme in afrikanischen Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo zerfallen. So könnten sich extrem gefährliche Viren wie Ebola rascher ausbreiten und "zu Pandemien mit wirtschaftlichen Folgen für uns werden". Er warnte zudem vor "Flüchtlingswellen aus afrikanischen Ländern Richtung Europa", ausgelöst durch erodierende Gesundheitssysteme. "Die populistischen Forderungen von rechten Parteien nach Einschnitten bei der Entwicklungszusammenarbeit sind völlig falsch. Solche Kürzungen können sich bitter rächen für uns." Der aktuelle Ebolaausbruch war Mitte Mai aus der Demokratischen Republik Kongo gemeldet worden, inzwischen gibt es mehr als 900 Verdachtsfälle. Zudem gab es bereits mehrere Todesfälle, bei denen das Ebola-Virus definitiv als Ursache bestätigt wurde. Bei mehr als 200 Todesfällen besteht der Verdacht darauf. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.