Datum27.05.2026 02:49
Quellewww.zeit.de
TLDRDer DGB kritisiert eine mögliche Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge für Kinderlose als Diskriminierung. Laut DGB löst dies nicht die strukturellen Probleme der Pflegeversicherung. Ein Zuschlag von 0,6 Prozent wird bereits gezahlt, eine Erhöhung auf 0,7 Prozent wird diskutiert. Der Sozialverband Deutschland fordert die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zur Finanzierungssicherung.
InhaltDer DGB sieht in höheren Pflegeversicherungsbeiträgen für Menschen ohne Kinder eine Diskriminierung. Der Sozialverband fordert, Beamte gesetzlich zu versichern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine mögliche Erhöhung der Beiträge von Menschen ohne Kindern zur gesetzlichen Pflegeversicherung kritisiert. "Kinderlose zum wiederholten Male mit höheren Beiträgen dafür bestrafen zu wollen, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – keine Kinder haben, löst die strukturellen Probleme der Pflegeversicherung absehbar nicht", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Eine weitere Erhöhung des Beitragssatzes für Kinderlose ist im Gespräch, um die schwer angeschlagene gesetzliche Pflegeversicherung zu sanieren. Schon jetzt zahlen Beschäftigte ab 23 Jahren, die keine Kinder haben, einen Zuschlag von 0,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Nach Angaben aus Koalitionskreisen erwägt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent anzuheben. Das Ministerium bestätigt das bisher nicht, sondern verweist auf ein Gesamtkonzept, das kommen soll. Wann dies vorgelegt wird, blieb offen. Kinderlose Menschen würden ohne Not diskriminiert, kritisierte DGB-Vertreterin Piel. "Pflege muss bezahlbar werden und darf nicht länger zu Altersarmut führen, dafür müssen Pflegebedürftige endlich von steigenden Eigenanteilen entlastet werden", forderte sie. Leistungskürzungen lösten das Reformversprechen nicht ein. In der Debatte um die zukünftige Finanzierung der Sozialsysteme sprach sich der Sozialverband Deutschland dafür aus, Beamte in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung einzubeziehen. "Um die gesetzliche Krankenversicherung zukunftssicher aufzustellen, fordern wir seit Jahren eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen – also auch Beamte", sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier der Neuen Osnabrücker Zeitung (noz). Da Pflege eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und beide Versichertengruppen dort die gleichen Leistungen erhielten, sei in diesem Bereich "eine Finanzierung durch alle nur gerecht", sagte sie.