Datum27.05.2026 00:59
Quellewww.spiegel.de
TLDRRepublikaner in South Carolina haben Trumps Bestrebungen vereitelt, Wahlkreise neu zu gestalten, um die parteiinterne Mehrheit im Repräsentantenhaus zu stärken. Trotz Druck aus Washington stimmten mehrere republikanische Senatoren mit Demokraten gegen den Plan, der darauf abzielte, den Wahlbezirk des schwarzen Demokraten James Clyburn aufzulösen. Die Abweichler führten an, dass bereits Stimmen für die Vorwahlen abgegeben wurden und die vorgelegte Karte nicht ausreichend geprüft wurde. Dies ist ein seltener Fall von offener Opposition gegen Trump.
InhaltDie Ansage aus der Hauptstadt war unmissverständlich: Auch South Carolina soll Wahlkreise so zuschneiden, dass Republikaner gewinnen. Doch erneut gibt es Widerstand in den eigenen Reihen – und nun ist der Plan vom Tisch. Gerade erst hat Donald Trump gezeigt, was er von Widerworten aus den eigenen Reihen hält: gar nichts. Wer als Republikaner nicht spurt, muss mit Ärger rechnen – und ist möglicherweise seinen Posten los. Das bewiesen die jüngsten Vorwahlen, etwa in Indiana oder Kentucky (mehr dazu hier ). Trotzdem hält sich im Bundesstaat South Carolina hartnäckiger Widerstand, der nun in offener Befehlsverweigerung mündete. Trump ist mit dem Versuch gescheitert, die Wahlkreise zugunsten der eigenen Partei neu zuzuschneiden. In einer seltenen Abkehr von Trump stimmten am Dienstag mehrere republikanische Senatoren in South Carolina gemeinsam mit Demokraten dagegen, eine neue Karte einzuführen. Diese hatte zum Ziel, den Wahlbezirk im Repräsentantenhaus aufzulösen, den der Kongressabgeordnete James Clyburn – ein schwarzer Demokrat – seit mehr als drei Jahrzehnten innehat. Der Vorstoß war vor zwei Wochen schon einmal gescheitert (mehr hier). Jetzt setzte es in einer eigens einberufenen Sondersitzung eine weitere Niederlage für die republikanischen Strategen in Washington. Die vorgeschlagene Karte in South Carolina hätte es den Republikanern ermöglicht, alle sieben Wahlbezirke des US-Repräsentantenhauses im Bundesstaat zu gewinnen. In dem Bundesstaat hat bereits die Stimmabgabe für die Vorwahlen der Parteien begonnen. Einige Senatoren der Republikaner erklärten, sie könnten eine Änderung der Karte und eine Verschiebung der Vorwahlen nicht unterstützen, nachdem bereits Stimmen abgegeben worden seien. Die Wahl im Staatssenat fiel 26:18 gegen den Vorstoß aus. Im Senat haben die Republikaner aber 34 Sitze, die Demokraten nur zwölf. Es gab also stolze 14 Abweichler aus Trumps Partei. Der republikanische Senator Richard Cash erklärte: "Die Menschen wählen bereits. Und weder mein Gewissen noch der Verstand lassen mich eine Wahl stoppen, die bereits begonnen hat." Laut Medienangaben wurden schon mehr als 26.000 Stimmen in den Vorwahlen für die Kongresswahl abgegeben. Ein Parteikollege, Tom Davis, erklärte, den Republikanern sei von einem Berater aus der Hauptstadt eine Karte in einem Videoanruf präsentiert worden. "Uns wurde gesagt, dass wir diese Karte absegnen sollten." Der Anruf habe keine acht Minuten gedauert, so Davis. Das sei keine brauchbare Basis für einen derartigen Eingriff in die Wahlabläufe. Der Demokrat Russell Ott zeigte Mitleid mit seinen Kollegen von der gegnerischen Partei. "Sie wurden von Trump in eine unmögliche Lage gebracht. An ihrer Stelle würde ich meine Wut in diese Richtung lenken", sagte er laut dem "Guardian". Die Frage ist, wie Trump auf den Widerstand reagiert. Dabei könnte Indiana als Beispiel dienen. Auch dort hatten sich im vergangenen Jahr Republikaner der Anweisung des US-Präsidenten widersetzt. Mindestens fünf von ihnen wurden Anfang Mai abgewählt, nachdem sie sich den Zorn des Präsidenten zugezogen hatten (mehr dazu hier). Hintergrund ist ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs aus dem vergangenen Monat. Dieses gibt Bundesstaaten mehr Spielraum beim Zuschnitt von Bezirken mit schwarzer oder lateinamerikanischer Mehrheit. Die Republikaner wollen ihre knappe Mehrheit im US-Repräsentantenhaus bei den Wahlen im November verteidigen. Das scheint angesichts der miserablen Umfragewerte für die Partei schwierig, Tricks wie der Neuzuschnitt von Wahlkreisen sollen aber helfen. Thomas Massie aus Kentucky war der prominenteste republikanische Widersacher des US-Präsidenten im Parlament. Jetzt statuiert Donald Trump an ihm ein Exempel. Und zeigt: Seine Basis hat er noch immer im Würgegriff. Mehr dazu hier .