Ex-Kanzler: Scholz zu AfD-Ambitionen: Wir müssen dagegen halten

Datum26.05.2026 23:04

Quellewww.zeit.de

TLDREx-Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt eine Minderheitsregierung der Union, die von der AfD toleriert wird, strikt ab. Er kritisiert solche Überlegungen als geschichtsvergessen und betont, dass die AfD eine antipluralistische Partei sei, gegen die alle anderen Parteien zusammenhalten müssten. Scholz warnt vor der Machtübernahme der AfD und fordert, aktiv dagegen zuhalten, was eine implizite Kritik an Vorschlägen wie dem von Torsten Albig darstellt, sich auf eine solche Zusammenarbeit einzulassen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ex-Kanzler“. Lesen Sie jetzt „Scholz zu AfD-Ambitionen: Wir müssen dagegen halten“. Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich gegen eine von der AfD tolerierte Minderheitsregierung der Union gewandt. Konservative Stimmen verwiesen zwar darauf, dass es eigentlich eine Mehrheit für eine rechte Politik gebe. Aber: "Das geht nicht so einfach in Deutschland, nicht vernünftigerweise, und wir haben uns auch dagegen entschieden", sagte Scholz auf einer Veranstaltung in Hamburg.  "Was jetzt diskutiert wird, ist ziemlich geschichtsvergessen, weil es mehrere Fälle gab, in denen in umgekehrter Vorzeichenlage das Richtige getan worden ist", sagte der SPD-Politiker auf einer Veranstaltung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V. Die AfD sei eine antipluralistische Partei, gegen die die anderen Parteien zusammenhalten müssten, auch wenn sie selbst sehr unterschiedlich seien. Es sei nicht sicher, ob die AfD, wenn sie einmal an der Macht sei, diese auch wieder abgeben werde. "Wir müssen auch dagegen halten", forderte Scholz. Den Namen des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten und SPD-Mitglieds Torsten Albig erwähnte Scholz nicht. Der Ex-Regierungschef hatte am Pfingstwochenende seiner Partei empfohlen, sich auch auf von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen einzulassen. Albig hatte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" unter anderem gesagt, "wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben". © dpa-infocom, dpa:260526-930-132757/1