Meinung: News des Tages: Macht Trump die Nato zum Schwarzen Ritter?

Datum26.05.2026 17:11

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA planen, der NATO militärische Schlüsselkapazitäten zu entziehen, was Europa zwingt, Lücken zu schließen. Ermittlungen wegen häuslicher Gewalt laufen gegen Christian Ulmen nach einer Anzeige seiner Ex-Frau. Die Jugend raucht und vapet zunehmend mehr als noch vor vier Jahren.

InhaltDer US-Präsident verzwergt die Allianz. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen Christian Ulmen. Und die Jugend qualmt wieder mehr. Das ist die Lage am Dienstagabend. Die drei Fragezeichen heute: Droht der Nato das Schicksal des Schwarzen Ritters? Sie kennen die Szene  aus Monty Pythons Meisterwerk "Die Ritter der Kokosnuß", zumindest wenn Sie in den Siebzigern oder Achtzigern jung waren: Der schwarze Ritter, erhaben und furchterregend, will Artus nicht vorbeilassen. Damit die Nato nicht irgendwann ähnlich hilflos am Boden kauert, müssen die Europäer schnell die Lücken schließen, die Donald Trump reißt. Denn die USA wollen ihre militärischen Beiträge für das Bündnis massiv reduzieren, wie meine Kollegen Matthias Gebauer und Paul-Anton Krüger berichten (hier mehr ). Wie massiv, das ist heute bekannt geworden: Washington wolle "der Nato im Rahmen der Streitkräfteplanung künftig erheblich weniger militärische Schlüsselfähigkeiten bereitstellen, etwa US-Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnen oder Tankflugzeuge". Die Pläne seien gravierender, als die Europäer dies erwartet hatten. Und Putin wird sich nicht auf ein Unentschieden einigen wollen. Alle Hintergründe hier: USA wollen militärische Beiträge für die Nato deutlich reduzieren  Die Maus auf den Grüffelo-Tonies bekommt eine neue Stimme. Offenbar haben sich viele Eltern bei den Herstellern der Hörspielbox gemeldet – denn die Maus wurde von Christian Ulmen gesprochen. Nach den Vorwürfen gegen ihn lässt das Unternehmen die Maus nun neu einsprechen. Das ist, zugegeben, nur eine Nebensache im Fall Collien Fernandes. Deutlich relevanter ist, was heute bekannt wurde: Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Ermittlungen gegen ihren Ex-Mann Ulmen wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt eingeleitet. Auf Grundlage einer Anzeige der Schauspielerin hatte die Behörde bisher nur geprüft, ob ein Anfangsverdacht bestehe. "Der neue Verfahrensstand bedeutet etwa, dass Zeuginnen und Zeugen vernommen werden können, darunter auch Fernandes", berichten meine Kollegen Lukas Eberle, Max Hoppenstedt Heinrichs und meine Kollegin Juliane Löffler (hier mehr dazu ). "Ob es zu einer Anklage gegen Christian Ulmen kommt und ob er sich wegen der Vorwürfe vor Gericht verantworten muss, ist offen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung." Ulmens Anwälte hatten stets bestritten, dass ihr Mandant seine Ex-Frau körperlich angegriffen habe. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Potsdam beziehen sich allerdings nur auf einen Teil der Vorwürfe von Fernandes. Bezüglich der Vorwürfe der "digitalen Gewalt" gibt es laut der Behördensprecherin noch keine Entscheidung, das könne noch Wochen dauern. Heißt es nicht immer wieder, die Jugend sei vorsichtiger, verantwortungsvoller, vernünftiger? Schon vor einiger Zeit zeigte sich: Beim Klima scheint das eher Wunschdenken zu sein, jedenfalls wenn es ums eigene Fortkommen geht – die Mehrheit fährt gern Auto. Jugend porscht, lautete unsere Schlagzeile damals. Jetzt zeigt eine neue Befragung, dass die Jugend auch beim Rauchen nicht unbedingt weiser ist als ihre Eltern und Großeltern. Demnach rauchen und vapen Jugendliche mehr als noch vor vier Jahren. Besonders unter Mädchen stieg der Anteil deutlich. Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) nannte die Befragungsergebnisse "ein klares Warnsignal". E-Zigaretten seien "extrem ungesund". "Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung", sagte Streeck. "Get The Fuck Out" heißt die Reiseagentur für Amerikaner, die vor Trump fliehen: Immer mehr US-Amerikaner halten das politische Klima zu Hause nicht mehr aus und wollen auswandern. Zwei Frauen haben daraus ein Geschäft gemacht. Auf Tour mit den Trump-Abwanderern durch die Niederlande . Top, die Watte quillt: Moderatorin Michelle Hunziker, 49, hat sich für ihren früheren Kollegen Thomas Gottschalk, 76, eingesetzt. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" lässt sie sich so zitieren: Sie habe ihn "so lieb, dass ich es nie kommentiert habe, wenn er vielleicht mal einen nicht ganz richtigen Satz gesagt hat". Und sie werde ihn auch weiterhin mögen. "Weil ich weiß, was für eine tolle Zeit wir zusammen erlebt haben." Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Könnten Sie einer Empfehlung meines Kollegen Janko Tietz folgen und das schöne Sommerwetter mit guter Musik verbinden. "Heute vor 100 Jahren wurde der legendäre Jazztrompeter Miles Davis geboren", sagt Janko. "Ein Innovator, der das Genre über Jahrzehnte prägte und ständig weiterentwickelte." Davis habe es gehasst, stehenzubleiben und zurückzuschauen. "Er weigerte sich sein gesamtes Leben, bei Konzerten frühere Werke noch einmal aufzuführen." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Erst kurz vor seinem Tod im September 1991 habe er sich von seinem Freund, dem Produzenten Quincy Jones, überreden lassen, beim Jazzfestival Montreux Aufnahmen aus seinen wegweisenden Alben "Miles Ahead", "Sketches of Spain" und "Porgy and Bess" noch einmal live zu spielen, darunter auch "Summertime". Eine Sternstunde des unverwechselbaren Davis-Sounds (hier zu finden ). Lassen Sie den Tag ausklingen. Herzlich Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion