Datum15.10.2025 15:27
Quellewww.zeit.de
TLDRDie rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin und FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt kritisiert den von Gesundheitsminister Clemens Hoch vorgeschlagenen Zwei-Wochen-Frist für Krankschreibungen. Sie argumentiert, dass dies neue Probleme und Unsicherheiten für Arbeitgeber schafft. Schmitt fordert stattdessen ein besser organisiertes Gesundheitssystem. Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zeigt sich offen für Optimierungen im System, während Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, eine spätere Attestpflicht ab dem vierten oder fünften Krankheitstag vorschlägt, um unnötige Arztbesuche zu vermeiden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheit und Kosten“. Lesen Sie jetzt „Schmitt widerspricht Hoch bei Krankschreibungsfristen“. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin und FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt hält die von ihrem SPD-Kabinettskollegen und Gesundheitsminister Clemens Hoch vorgeschlagene Zwei-Wochen-Frist bei Krankschreibungen für falsch. Spätere Atteste bauten keine Bürokratie ab, sondern schafften neue Probleme, sagte Schmitt in Mainz und stellte sich damit auf die Seite vieler Arbeitgeber. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte sich dagegen gesprächsbereit gezeigt. "Ich bin grundsätzlich offen dafür, Dinge zu optimieren, wenn es im System Möglichkeiten der Verbesserung auch gibt, wenn es Möglichkeiten gibt, da auch effizienter zu werden", sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk angesprochen auf einen entsprechenden Vorstoß vom Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Gassen hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Wochenende gesagt: "Die gesetzliche Möglichkeit für Arbeitgeber, bereits in den ersten drei Tagen die Vorlage einer Krankschreibung zu verlangen, produziert Abertausende Arztbesuche, die aus unserer Sicht nicht zwingend notwendig wären." Er schlug vor, dass man generell erst nach dem vierten oder fünften Krankheitstag eine Bescheinigung vorlegen muss. "Arbeit funktioniert nur, wenn sich alle aufeinander verlassen können – Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen", betonte Schmitt. "Wenn ein Attest erst nach zwei Wochen nötig ist, wissen Betriebe und Teams zu lange nicht, wie sie planen sollen. Das belastet das Miteinander im Betrieb und sorgt für Unsicherheit auf beiden Seiten." Entlastung entstehe nicht durch spätere Atteste, sondern durch ein Gesundheitssystem, das besser organisiert ist: mit digitalen Verfahren, weniger Doppelwegen und klaren Zuständigkeiten. Gesundheitsminister Hoch hatte bis zu zwei Wochen Frist für eine Krankschreibung zur Diskussion gestellt. "Damit können wir konkret dazu beitragen, Bürokratie in den Arztpraxen abzubauen und unsere Ärztinnen und Ärzte zu entlasten", argumentierte der Gesundheitsminister. Es bleibe dann mehr Zeit, Menschen zu behandeln, die wegen einer Krankheit kämen und nicht wegen einer Bescheinigung für den Arbeitgeber. "Die Menschen im Land arbeiten hart, engagiert und gerne. Deshalb sollten wir ihnen das nötige Vertrauen im Krankheitsfall entgegenbringen." © dpa-infocom, dpa:251015-930-166045/1