Neue U-Bahn-Linie: Streckenverlauf der neuen U5 nach Osdorf steht fest

Datum26.05.2026 15:26

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Streckenführung der neuen U5 nach Osdorf ist beschlossen. Sie führt über Lurup und den Eckhoffplatz. Diese U-Bahn-Verlängerung wird die Großsiedlung Osdorfer Born an das Schnellbahnnetz anschließen und ist Teil der angestrebten Olympiabewerbung Hamburgs. Baustart ist für Anfang der 2030er-Jahre geplant, mit einer Eröffnung um 2040. Dieses größte U-Bahn-Projekt Deutschlands verbindet Bramfeld mit Osdorf und soll täglich über 315.000 Fahrgäste befördern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Neue U-Bahn-Linie“. Lesen Sie jetzt „Streckenverlauf der neuen U5 nach Osdorf steht fest“. Die Verlängerung der neuen U5 von den Arenen im Volkspark bis zum Osdorfer Born soll in Lurup über den Eckhoffplatz führen. Diese sogenannte Vorzugstrasse stellten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) nach der Senatssitzung im Rathaus gemeinsam mit U5-Geschäftsführer Klaus Uphoff vor.  Zuvor waren auch drei Alternativrouten und Haltestellenstandorte geprüft worden. Die Anbindung der Großsiedlung Osdorfer Born an das Schnellbahnnetz ist seit Jahrzehnten im Gespräch. Zwischenzeitlich war auch eine S-Bahn-Anbindung geplant.  Die Entscheidung für die U-Bahn sei auch deshalb wichtig, weil die weitere Planung nun bei der Hochbahn liege – also bei der Stadt und nicht bei der Deutschen Bahn, "auf die wir weniger Einfluss haben", sagte Tschentscher. Für die ersten Teile der neuen U5 laufen die Bauarbeiten bereits, bei der Strecke nach Osdorf wird mit einem Baustart Anfang der 2030er-Jahren gerechnet. Nutzen können sollen die täglich 19.000 in Lurup und 14.000 in Osdorf erwarteten Fahrgäste die U5 den Planungen zufolge ab 2040 – rechtzeitig zu den Olympischen Spielen, für die sich Hamburg nach dem Willen des rot-grünen Senats bewerben soll. "Das ist der Olympiabeitrag, den wir erbringen wollen", sagte Tjarks. Sowohl er als auch Tschentscher betonten, wie wichtig die geplante Olympiabewerbung angesichts der für den Bau der U5 nötigen Förderung durch den Bund sei. Bei der Entscheidung der Fördermittelvergabe sei es entscheidend, "in der nationalen Priorität vorne dabei sein", sagte Tjarks. Über die Bewerbung können die Hamburgerinnen und Hamburger am kommenden Sonntag in einem Referendum abstimmen.  Die Haltestelle am Eckhoffplatz soll vor dem Lurup Center am Lüttkamp liegen, die Haltestelle in Osdorf in Ost-West-Ausrichtung am Born Center in der Straße Kroonhorst. Die Vorplanungen für die Streckenvariante sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr soll die Entwurfs- und Genehmigungsplanung beginnen. Bei allen der geprüften Varianten sei berücksichtigt gewesen, dass die U-Bahn-Linie später über die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein nach Schenefeld fortgeführt werden könnte. Die Entscheidung sei für die kürzeste Streckenvariante gefallen, mit der über 30.000 Menschen in Lurup und Osdorf neu an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden könnten, sagte U5-Geschäftsführer Uphoff.  Einen Vorteil habe der Streckenverlauf auch für die Forschungseinrichtung Desy und den Innovationspark Altona: Weder beim Bau noch beim Betrieb der gewählten U-Bahn-Trasse sei dort mit Einschränkungen zu rechnen, hieß es. Zudem befürworteten auch die meisten Bürgerinnen und Bürger diese Streckenvariante, wie das Beteiligungsverfahren in Osdorf und Lurup ergeben habe. Die U5 ist nach Senatsangaben das größte U-Bahnprojekt in Deutschland und soll den Stadtteil Bramfeld im Osten über die Innenstadt mit Osdorf im Westen verbinden. 24 Haltestellen sind geplant. Nach ihrer Fertigstellung soll die U5 täglich mehr als 315.000 Fahrgäste befördern. Durch die U-Bahn-Anbindung würden sich die Fahrzeiten im öffentlichen Nahverkehr massiv verkürzen, sagte Tjarks: "Zum Beispiel vom Osdorfer Born zum UKE um 70 Prozent." Auch Tschentscher betonte, dass die vollautomatisierte U5 durch viele Umsteigepunkte zu anderen Bahnen eine positive Wirkung auf das gesamte ÖPNV-Netz entfalten werde. Und auch Menschen, die die U-Bahn gar nicht nutzten, würden von ihr profitieren: Verkehrsteilnehmer, "die nicht mehr mit dem Auto durch die Stadt kurven, entlasten alle", sagte er. © dpa-infocom, dpa:260526-930-131219/1