Datum26.05.2026 12:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRTim Rex, ein Radprofi beim Giro d'Italia, zeigt während des Rennens extreme Anstrengung, wofür er viral ging. Seine Videos, die sein schmerzverzerrtes Gesicht zeigen, dokumentieren seinen aufopferungsvollen Einsatz als Helfer für Spitzenfahrer Jonas Vingegaard. Trotz der extremen Belastung bezeichnet Rex die Erfahrung als "schön", da sein Kapitän die Etappe gewann und das rosa Trikot übernahm.
InhaltRadprofi Tim Rex leidet beim Giro d’Italia so sehr, dass Videos mit seinem schmerzverzerrten Gesicht viral gehen. Er sagt: "Das war eine schöne Erfahrung". Roger Federer schlug die Tennisbälle fast schon anmutig übers Netz, Usain Bolt jubelte manchmal schon vor der Ziellinie über seine Sprint-Rekorde, und Turnsuperstar Simone Biles dreht Schrauben und Salti, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Diese Lässigkeit der Profis fühlt sich manchmal an wie Hohn. Als würden sie sich kaputt lachen über die ehrlichen Hobbysportler, die schweißgebadet und mit hochrotem Kopf nach ihrer Fünf-Kilometer-Joggingrunde auf den Boden sinken. Aber es gibt sie noch, die Identifikationsfiguren. So wie Tim Rex, 22. Der belgische Radprofi ist derzeit beim Giro d'Italia im Einsatz, der großen Rundfahrt durch Italien. Dort hilft er seinem Chef, dem Topfavoriten Jonas Vingegaard, die Berge hinauf. Dabei geht Rex ganz offensichtlich an seine äußersten Schmerzgrenzen. Videos, die Rex leidend auf dem Rad zeigen, gingen in den vergangenen Tagen viral. Sie zeigen ihn auf der 14. Etappe, einem der schwersten Tage des diesjährigen Giro mit einigen steilen Bergen. Am Anstieg nach Lin Noir führt Rex das Fahrerfeld an, das Trikot geöffnet, den Mund weit aufgerissen. Er verzieht das Gesicht, als würde er gleich in Tränen ausbrechen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Rex gibt alles, um das Tempo hochzuhalten. Dabei hat er an diesem Tag schon zwei Berge und rund 75 Kilometer in den Beinen. Nicht zu vergessen die 13 Etappen zuvor, zusammen 2210 Kilometer. Beim Sender Eurosport sagte Ex-Profi Jens Voigt mitfühlend: "Oh mein Gott, der weint ja fast, der arme Kerl". Trotzdem hielt Rex sich noch länger vorn. Seine Aufgabe als Helfer war es, an der Spitze des Favoritenfeldes den Abstand zu den Ausreißern zu verkürzen und das Tempo hochzuhalten, seine Teamkollegen konnten in seinem Windschatten Energie sparen. Um ihn abzukühlen, spritzte Teamkollege Victor Campenaerts Rex Wasser aus seiner Trinkflasche in den Nacken. 45 Kilometer vor dem Ziel verabschiedete Rex sich dann aus der Führungsarbeit, seine Arbeit war erledigt, nun mussten die anderen übernehmen. Teamkollege Davide Piganzoli klopfte Rex anerkennend auf die Schulter. Die Arbeit zahlte sich aus: Kapitän Jonas Vingegaard gewann die Etappe und führt den Giro derzeit an. Der Erfolg hat auch dazu beigetragen, dass Rex mittlerweile mit einem Lachen auf die Quälerei zurückblickt. "Das war eine schöne Erfahrung", sagte Rex später : "Ich habe ein bisschen gelitten, aber wenn du ins Ziel kommst und hörst, dass Jonas gewonnen hat und das Rosa Trikot trägt, dann war es das wert." Er habe später die Videos gesehen, erzählte Rex. Er wünsche sich, etwas ausdrucksloser wie ein Roboter auszusehen. "Es sieht ein bisschen dumm aus, aber so ist es nun mal." Und auch wenn er nicht besonders cool aussah dort auf dem Weg nach Lin Noir, kann Rex sich immerhin mit dem coolsten Spitznamen trösten. Der in Aachen geborene Radprofi erzählte am Rande des Giro, seine Mutter habe ihn extra Tim genannt, sie wollte demnach unbedingt einen T. Rex in der Familie.