Familienministerin Karin Prien wirbt trotz Sparzwängen für Anhebung von Elterngeldsätzen

Datum26.05.2026 12:42

Quellewww.spiegel.de

TLDRObwohl das Finanzministerium zum Sparen beim Elterngeld aufruft, will Familienministerin Karin Prien (CDU) die Einkommensgrenze nicht senken. Stattdessen schlägt sie eine Anhebung der Mindest- und Höchstbeträge vor, um die Attraktivität für Familien zu erhalten und Anreize für Kinder zu schaffen. Einsparungen sollen anderweitig erzielt werden, beispielsweise durch die Förderung der Partnerschaftlichkeit bei der Elternzeit oder Anpassungen der Bezugsdauer.

InhaltObwohl das Finanzministerium die Bundesfamilienministerin zum Sparen beim Elterngeld aufegfordert hat, ist Karin Prien für die Anhebung der Mindest- und Höchstbeträge. Sparen könne man ihr zufolge auch an anderer Stelle. Trotz Spardruck will Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) die Einkommensgrenze beim Elterngeld nicht antasten. Daran wolle sie "nichts verändern", sagte Prien im Deutschlandfunk. "Ich würde bei den Mindest- und Höchstbeträgen eher darüber nachdenken, noch mal ein Stück weit nach oben zu gehen." Einsparungen müssten dann an anderer Stelle erreicht werden, sagte Prien. "Da bieten sich einmal die Partnerschaftlichkeit, aber zum anderen auch die Bezugsdauer an." "Aus meiner Sicht muss es ja immer darum gehen, die Rahmenbedingungen für Familien so zu gestalten, dass Menschen in Deutschland mehr Lust auf Kinder haben", sagte Prien. Daher dürften Familien auch nicht diejenigen sein, "die am ehesten herangezogen werden, wenn es um Sparen geht". Wer bereits Elterngeld beziehe oder fest damit plane, könne sich auf die geltenden Regelungen verlassen. Das Elterngeld ist ein Einkommensersatz für Mütter und Väter, wenn sie für die Kinderbetreuung eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Die Einkommensgrenze liegt für Geburten ab dem 1. April 2025 bei 175.000 Euro. Im laufenden Jahr stellt der Bund rund 7,5 Milliarden Euro für die Leistung bereit. Wegen des allgemeinen Spardrucks hatte die Bundesregierung im Zuge der Haushaltsaufstellung für das kommende Jahr auch mögliche Einsparungen vereinbart. Prien zeigte sich zuversichtlich, dass die Koalition "ein gutes Modell hinkriegen" werde. Prien sagte, es müsse auch künftig attraktiv sein, Elterngeld zu beziehen – für Männer und Frauen gleichermaßen. Viele Frauen blieben nach der Geburt eines Kindes dauerhaft in Teilzeit, "mit erheblichen Folgen für unser Sozialversicherungssystem". Derzeit wird das Basiselterngeld bis zu 14 Monate gezahlt, wenn Paare sich den Zeitraum aufteilen. "Mir wäre auch sehr daran gelegen, die Partnerschaftlichkeit hier auszubauen", sagte Prien. Das Elterngeld beträgt in der Regel 65 Prozent des vorherigen Nettolohns des Beziehers, mindestens 300 und höchstens 1800 Euro im Monat. Die Sätze wurden seit 2007 nicht angepasst. Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft verlor das Elterngeld inflationsbedingt inzwischen rund 38 Prozent an Kaufkraft. Lesen Sie hier wie Teile der Koaltion Einsparungen beim Elterngeld verhindern will.