Datum26.05.2026 12:28
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Bundestagsdelegation ist zu Gast in Taiwan und trifft Präsident Lai Ching-te. Lai betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit demokratischer Partner zur Aufrechterhaltung der internationalen Ordnung. Der Besuch findet vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen China und Taiwan statt, während die deutsche Wirtschaftsministerin Reiche zeitgleich China besucht. Die Delegation, geleitet von Till Steffen (Grüne), unterstreicht ähnliche Herausforderungen in strategischen Fragen und Widerstandsfähigkeit. China hat den Besuch kritisiert und bekräftigt seine Haltung, dass Taiwan ein Teil Chinas ist.
InhaltKurz vor einem Besuch von Wirtschaftsministerin Reiche in China ist eine Bundestagsdelegation zu Gast in Taiwan. Die parteiübergreifende Gruppe wirbt für Zusammenarbeit – Taiwans Präsident setzt auf Sicherheit. Der US-Präsident und der Kremlchef waren kürzlich in China zu Gast – Deutschland schickte nun eine Delegation nach Taiwan. Am Dienstag hat dort Präsident Lai Ching-te die Delegation des Deutschen Bundestags empfangen. Bei dem Treffen mit den fünf Abgeordneten in Taipeh warb Lai für eine engere Zusammenarbeit demokratischer Partner. Angesichts der sich rasch verändernden internationalen Lage sei klar, "dass wir nur durch die Zusammenarbeit demokratischer Partner die regelbasierte internationale Ordnung aufrechterhalten können", sagte Lai nach Angaben seines Präsidialamts. Das Treffen findet inmitten aufgeladener Spannungen zwischen der Volksrepublik China und Taiwan statt. Die Großmacht beansprucht den kleinen Inselstaat für sich und eskaliert die Lage immer wieder mit Militärübungen nahe Taiwan. Am Mittwoch wird zudem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu einem Besuch in China erwartet. Die parteiübergreifende Delegation wird von dem Grünenpolitiker Till Steffen geleitet. Steffen sagte nach taiwanischen Angaben, Taiwan und Deutschland stünden bei globalen strategischen Fragen, industrieller Widerstandsfähigkeit, Verteidigung und Zivilschutz vor ähnlichen Herausforderungen. Beide Seiten könnten viel voneinander lernen. Zur Delegation gehören neben Till Steffen auch Klaus-Peter Willsch und Markus Reichel von der CDU, Rainer Kraft von der AfD und Mandy Eißing von der Linkspartei. Insgesamt bleibt die Delegation noch bis zum 31. Mai in Taiwan. Bisher hatten sich die Abgeordneten im Netz noch nicht mit detaillierten Eindrücken zu ihrer Taiwan-Reise geäußert. China hatte den Besuch der Delegation in Taiwan kritisiert. Die Volksrepublik habe stets jegliche Form offiziellen Austauschs ihrer diplomatischen Partnerländer mit Taiwan abgelehnt, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Montag. Auf der Welt gebe es nur ein China, und Taiwan sei ein untrennbarer Teil Chinas, fuhr sie fort. Die Führung in Peking betrachtet Taiwan als Teil des chinesischen Territoriums und droht mit einer Eroberung. Tatsächlich hat die Inselrepublik mit ihren rund 23 Millionen Einwohnern nie zur 1949 gegründeten kommunistischen Volksrepublik China gehört. Zuletzt hatten Mitglieder des Parlamentarischen Freundeskreises im Herbst 2022 Taiwan besucht. Auch damals äußerte Peking Kritik.