Datum26.05.2026 11:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRTomaten-Rostmilben, winzige Schädlinge, stellen im Bioanbau eine große Herausforderung dar, da effektive Bekämpfungsmethoden fehlen. Forscher untersuchen nun den Einsatz von zwei heimischen Raubmilbenarten, die Rostmilben fressen und auch trockenes Klima tolerieren. Diese Raubmilben könnten eine biologische Lösung bieten, sind aber noch nicht kommerziell als Nützling erhältlich. Die Milben befallen auch andere Nachtschattengewächse und Zierpflanzen.
InhaltTomaten-Rostmilben können ganze Bestände befallen und sich rasant ausbreiten. Effektive Schutzmaßnahmen sind rar gesät. Andere Milben könnten jedoch helfen, ihre Verwandten zu beseitigen. Das Problem ist nur 0,16 Millimeter groß und doch erheblich: Tomaten-Rostmilben sind selbst mit einer Lupe kaum zu erkennen, verbreiten sich rasant und sind eine Gefahr für ganze Bestände. Zudem ist ihr Vermehrungspotenzial enorm. Innerhalb von vier Wochen können bei guten Bedingungen aus 100 Rostmilben bis zu 50.000 werden. Gerade im Bioanbau von Tomaten sind die Schädlinge ein Problem, weil effektive Schutzmaßnahmen bislang fehlen. Nun haben Fachleute einen neuen Ansatz, wie man die Art Aculops lycopersici bekämpfen kann: mit anderen Milben. Raubmilben fressen Rostmilben. Doch sie mögen es meist feuchter, sagt Thomas Bächlin vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg in Karlsruhe. Zudem seien Raubmilben größer und hätten daher Probleme, durch die Härchen an Tomatenpflanzen zu kommen. Die Forschenden nahmen zwei Raubmilben-Arten ins Visier, die bis dahin bei der Suche nach Gegenmaßnahmen kaum berücksichtigt wurden. Sie kommen laut Bächlin natürlicherweise in Deutschland vor und auch mit trockenerer Luft zurecht. "Jetzt muss man gucken, ob sich das in größerem Stil anwenden lässt", sagte er. Es gebe Firmen, die Nützlinge vertreiben – darunter fielen aber die untersuchten Raubmilben noch nicht. Die beiden untersuchten Raubmilben sind nach Einschätzung der Fachleute vielversprechende Kandidaten. Mit speziellen Pollen könne man sie vorab im Bestand etablieren, erklärt Bächlin. Die Tomaten-Rostmilben haben es übrigens nicht nur auf Tomaten abgesehen. Auch andere Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Auberginen stehen auf dem Speiseplan, ebenso Zierpflanzen wie die Engelstrompete. Kakerlaken, Wespen, Nager: Wenn sich ungebetene Gäste ausbreiten, sind Profis wie Thomas Janke gefragt. Warum neben Gift auch Fingerspitzengefühl gefragt ist – und welche Warnzeichen es gibt, lesen Sie hier .