Datum26.05.2026 11:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRLaut einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung wächst Deutschlands Abhängigkeit von China bei strategisch wichtigen Gütern wie Akkus, Solarpanels und Antibiotika. Der Importanteil Chinas stieg bei Akkus auf 66%, bei Solarpanels auf 93% und bei Antibiotika auf 73%. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zur Chinastrategie der Bundesregierung, die eine Verringerung der Abhängigkeit anstrebt. Betroffen sind auch Metalle und seltene Erden, essenziell für die Industrie.
InhaltAkkus, Solarpanels, Antibiotika: Die Bundesrepublik importiert diese Waren nach neuen Erhebungen fast ausschließlich aus China. Eigentlich wollte sich Deutschland unabhängiger machen. Bei strategisch wichtigen Gütern wie Akkus, Solarpanels und Antibiotika wächst nach einer Studie Deutschlands Abhängigkeit von China. So kamen gemessen am Gewicht im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der Direktimporte von Lithium-Ionen-Akkus aus China – zwei Jahre zuvor war es noch knapp die Hälfte, wie die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilte. Bei Solarpanels stieg der Anteil demnach von etwa 89 Prozent auf knapp 93 Prozent, bei Antibiotika von gut 65 Prozent auf rund 73 Prozent. "Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher", bemängelte Studienautor Frederic Spohr, der die Büros der FDP-nahen Stiftung in Taiwan und Korea leitet. Er verwies auf die Chinastrategie der Bundesregierung von 2023. Sie zielt darauf ab, wirtschaftliche Abhängigkeiten von China zu verringern. Am Mittwoch wird Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu einem Besuch in China erwartet. Die EU ist bei den Importen seltener Erden nahezu vollständig von China abhängig. (Mehr zu der Rohstoffabhängigkeit von China hier.) Laut der Studie wuchs auch bei Metallen wie Magnesium, Gallium und Germanium der Importanteil Chinas. Das Land sei praktisch der einzige Lieferant bei bestimmten seltenen Erden, die für Permanentmagnete von Elektromotoren benötigt würden. Zwar sei bei seltenen Erden insgesamt Chinas Importanteil gesunken, der Wert der Einfuhren aber gestiegen. In der Analyse geht es nur um direkte Einfuhren aus China, nicht um Lieferungen aus Drittstaaten mit chinesischen Vorprodukten. Die deutsche Industrie war jahrzehntelang der Treiber der Wirtschaft. Doch eine Studie zeigt, wie ausgerechnet in den Schlüsselbranchen massiv Marktanteile verloren gehen. Der große Nutznießer heißt China. Einen Überblick in Grafiken sehen Sie hier .