Passagier der »Hondius«: Zweiter bestätigter Hantavirus-Fall in Spanien

Datum26.05.2026 10:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRSpanien bestätigt einen zweiten Hantavirus-Fall bei einem Passagier des Kreuzfahrtschiffs "Hondius". Drei Menschen starben und mehrere infizierten sich während der Reise. Der neu positiv getestete Passagier befindet sich in Quarantäne und wurde isoliert. Das Gesundheitsministerium betont, dass keine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung bestehe. Die Behörden überwachen die betroffenen Passagiere aufgrund der langen Inkubationszeit.

InhaltNach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" starben drei Menschen, etliche wurden infiziert. Nun ist ein weiterer nach Spanien zurückgekehrter Passagier positiv getestet worden. Etwa acht Wochen nach der Ausbreitung des Hantavirus auf der "Hondius" ist in Spanien ein zweiter Fall der Ansteckung bestätigt worden. Ein in Quarantäne befindlicher spanischer Passagier des Kreuzfahrtschiffs wurde positiv auf das Virus getestet. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Der neue Fall "ändert nichts am Grad des Risikos für die allgemeine Bevölkerung", hieß es weiter. Der Patient wurde den Angaben zufolge inzwischen in eine Hochisolierstation eines Militärkrankenhauses verlegt. Ein anderer spanischer Passagier war bereits kurz nach dem Verlassen der "Hondius" positiv auf das Hantavirus getestet worden. Insgesamt 14 spanische "Hondius"-Passagiere waren nach der Evakuierung des Schiffs in ein Militärkrankenhaus in Madrid eingeliefert worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Samstag mit, dass ihr seit dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs insgesamt zwölf bestätigte oder vermutete Infektionsfälle gemeldet worden seien. Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Die spanischen Behörden hatten die vor rund zwei Wochen erfolgte Evakuierung der "Hondius" ermöglicht, indem sie das Schiff vor der Kanareninsel Teneriffa ankern ließen. Dort wurden dann Passagiere und Besatzungsmitglieder von Bord geholt. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs von Hantavirus-Infektionen werden die Betroffenen seither isoliert und medizinisch überwacht. Zu dem Ausbruch des gefährlichen Virus war es während einer Reise der "Hondius" von der Südspitze Argentiniens zu den Kapverden gekommen. Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen, eine Impfung gibt es nicht. Üblicherweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere. Bei dem Virusstamm, der sich auf der "Hondius" verbreitete, handelte es sich um das Andesvirus. Es ist der einzige Hantavirusstamm, der nachweisbar von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Zwar gibt es Hantaviren nahezu weltweit, ebenso wie vielversprechende Kandidaten für Impfstoffe und Therapien. Doch um diese marktreif zu bekommen, bräuchten Forschende mehr Geld – und mehr Patienten. Lesen Sie hier mehr dazu , ob neue Hantavirus-Impfstoffe hergestellt werden.