Datum26.05.2026 09:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRIrans Präsident Masoud Pezeshkian hat die Freigabe des zensierten Internets angeordnet. Seit fast drei Monaten war der Zugang zum globalen Netz aufgrund von Sicherheitsbedenken, angeblich im Zusammenhang mit dem US-Angriff, blockiert. Diese Sperre, die zur Unterdrückung von Protesten genutzt wird, betraf über 90 Millionen Iraner und hatte erhebliche wirtschaftliche Folgen, insbesondere für Onlinehändler. Ein konkretes Datum für die Aufhebung der Sperre wurde noch nicht genannt, es wird jedoch über Mitte Juni spekuliert.
InhaltSeit knapp drei Monaten haben die Menschen in Iran keinen Zugang zum weltweiten Internet – angeblich aus Sicherheitsgründen aufgrund des US-Angriffs. Nun soll die Zensur zeitnah enden. Immer wieder zensiert Iran sein Internet, um Proteste in der Bevölkerung zu ersticken. Auch mit Beginn des Angriffskriegs durch die USA und Israel vor gut drei Monaten hatte das Regime den Zugang zum weltweiten Netz nahezu vollständig blockiert. Nun soll es wieder geöffnet werden: Irans Präsident Masoud Pezeshkian hat die Freischaltung des internationalen Internets angeordnet. Pezeshkian reagierte damit auf eine Entscheidung eines "Sonderstabs", der zuvor mehrheitlich für die Wiederfreigabe gestimmt hatte. Laut Nachrichtenagentur Fars musste der Beschluss vor Inkrafttreten noch vom Präsidenten bestätigt werden. Ein konkretes Datum für die Entsperrung wurde bislang nicht genannt. Mitte Mai hatten iranische Medien jedoch über eine mögliche Freischaltung am 5. Juni berichtet. Die Blockade galt seit Kriegsbeginn am 28. Februar nahezu vollständig. Seither konnten die rund 90 Millionen Iranerinnen und Iraner nur das sogenannte "nationale Internet" nutzen, in dem ausschließlich staatlich genehmigte Websites erreichbar sind. Die Sperre hatte neben gesellschaftlichen auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Besonders betroffen waren die mehr als eine Million Onlinehändler im Land, deren Einnahmen durch die Blockade massiv eingeschränkt wurden. Offiziell begründet der Staat die Abschaltung mit Sicherheitsbedenken. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Führung vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden.