Datum26.05.2026 07:56
Quellewww.zeit.de
TLDRDie NABU-Vogelzählung zeigt einen anhaltenden Rückgang der Gartenvögel in Deutschland. Die Zahl der Vögel pro Garten sank von 34 auf 28,4. Besonders betroffen sind Spatzenarten, Mauersegler und Mehlschwalben. Als Ursachen nennt der NABU Nahrungsmangel, Verlust von Lebensraum, Insektenschwund und vogelfeindliche Gebäudesanierungen. Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für den Zustand der Natur in Siedlungen.
InhaltIn deutschen Geräten und Parks sind immer weniger Vögel unterwegs, zeigt eine Zählung des Nabu. Besonders Spatzen, Schwalben und Mauersegler sind seltener geworden. Immer weniger Vögel fliegen in deutschen Gärten. Die Beobachtungen der neuesten Vogelzählung des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) zeigen, dass sich der Abwärtstrend der Vorjahre fortsetzt. Wurden 2018 noch im Mittel knapp 34 Vögel pro Garten oder Park gezählt, so waren es 2026 nur noch etwa 28,4 Vögel. Schlecht sehe es für die Spatzenarten aus, sagte der Vogelschutz-Experte Martin Rümmler vom Nabu. "Der Haussperling liegt zwar nach wie vor auf Platz eins unserer Rangliste der am meisten gemeldeten Vögel, aber er hat einen Verlust von 9 Prozent zum Vorjahr eingefahren." Beim Feldsperling liege der Verlust bei 6 Prozent, sagte er. Rümmler sah in den Zahlen ein Warnsignal: "Wenn häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in Siedlungen sein." Als Gründe für den Rückgang nannte er ein mangelndes Nahrungsangebot und den Verlust von Wohn- und Lebensraum in Städten. Die Sichtungen von Mauerseglern brachen demnach im Vergleich zum Vorjahr auch um 25 Prozent ein, die von Mehlschwalben um 12 Prozent. "Beide Arten sind Gebäudebrüter und Insektenfresser", sagte Rümmler. Insektenschwund und nicht vogelfreundliche Sanierungen alter Gebäude könnten einen Einfluss auf die Lebensbedingungen der Vögel haben, sagte er. Möglich sei aber auch, dass ein Teil der Tiere später als üblich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sei. Bei der "Stunde der Gartenvögel" meldeten bundesweit rund 56.000 Menschen aus mehr als 38.000 Gärten weit über eine Million Vögel. Während der Zählung sollten vom 8. bis 10. Mai eine Stunde lang die Vögel vor der Haustür gezählt werden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.