Datum26.05.2026 07:23
Quellewww.zeit.de
TLDRDer legendäre Jazz-Saxophonist Sonny Rollins ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Bekannt für seinen unverwechselbaren Ton und wegweisende Aufnahmen wie "Oleo" und "St. Thomas", gilt er als "Saxofon-Koloss". Rollins, der mit vielen Größen des Jazz zusammenarbeitete, setzte nach einer Karriere, die auch von Suchtproblemen geprägt war, ein bedeutendes kulturelles Erbe.
InhaltDer "Saxofon-Koloss" Sonny Rollins ist tot. Er wurde 95 Jahre alt. Mit seinen Aufnahmen von "Oleo", "Doxy" und "St. Thomas" schrieb er Jazzgeschichte. Der legendäre Saxofonist und Jazzkomponist Sonny Rollins ist tot. Rollins starb im Alter von 95 Jahren in seinem Zuhause in Woodstock im US-Bundesstaat New York, wie es in einem Post auf seiner offiziellen Facebook-Seite heißt. Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Wenn das Leben eines kreativen Menschen ende, setze es sich in der nächsten Existenz fort, zitierte Rollins' Agentin Terri Hinte den Musiker in einer von mehreren US-Medien verbreiteten Mitteilung: "Ich gehöre zu den Menschen, die glauben, dass dieses Leben nicht alles bedeutet." Rollins wurde 1930 im New Yorker Stadtteil Harlem geboren. Mit seinem unverwechselbaren Ton – voll, robust, rau, zugleich aber subtil und nuanciert – galt der vielfach ausgezeichnete Rollins in der Jazzwelt als "Saxofon-Koloss". So nannte er auch eines seiner Alben im Jahr 1956. Er arbeitete mit allen Großen seiner Szene zusammen – ob Charlie Parker, Thelonious Monk oder John Coltrane. Die meisten von ihnen überlebte er lange. Von seinen Aufnahmen gehören unter anderem Oleo, Doxy und St. Thomas zum Jazzstandard. Der Trompeter Miles Davis, den Rollins in seinen Anfangsjahren in verschiedenen Gruppen begleitete, nannte ihn "den größten Tenorsaxofonisten aller Zeiten". Atemwegserkrankungen zwangen Rollins vor einigen Jahren in den Ruhestand. In einem Interview mit dem Radiosender NPR aus dem Jahr 2017 erinnerte sich Rollins an seine Anfänge mit dem Instrument, auf dem er später zum Meister wurde. "Als meine Mutter mir ein Saxofon gab, das war damals die Great Depression", sagte Rollins. "Es hat eine Weile gedauert, bis ich sie überzeugen konnte, dass ich wirklich spielen will. Sie hat dann ein gebrauchtes Saxofon von meinem Onkel bekommen. Ich hatte dieses Instrument – ging in mein Zimmer, habe die Tür zugemacht und war im Himmel." Neben seiner Leidenschaft für den Jazz praktizierte Rollins auch begeistert Yoga. Seine Yogaübungen hätten ihm geholfen, sich von Drogen und Alkohol fernzuhalten, sagte er vor zehn Jahren der Nachrichtenagentur AFP. Rollins war als junger Mann heroinabhängig und eine Zeit lang obdachlos. Liebe Leserinnen und Leser, im Kommentarbereich dieses Artikels wollen wir Ihnen mit einem Kondolenzbuch die Möglichkeit geben, Ihre Erinnerungen und Gedanken zu teilen. Die Wahrung der Pietät ist uns bei Todesfällen wichtig, weswegen alle Kommentare vor der Veröffentlichung geprüft werden.