Datum26.05.2026 05:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer geplante Börsengang von SpaceX könnte Elon Musk zum ersten Billionär der Welt machen. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stimmen Anleger optimistisch und lassen den Ölpreis fallen, trotz bestehender Konfliktthemen. In New York droht das Wahlversprechen kostenloser Busse das Budget zu belasten und den Verkehr zu verschlimmern.
InhaltBevor Elon Musk das Geld abschafft, sammelt er noch eine Menge davon ein. Donald Trump zeigt sich in den Iranverhandlungen ungewohnt vorsichtig. Und in New York ist offenbar doch nicht alles möglich. Das ist die Lage am Dienstagmorgen. Der geplante Börsengang von SpaceX könnte Elon Musk zum ersten Billionär der Welt machen. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran beflügeln die Aktienkurse. Und New Yorks Bürgermeister hat den Mund beim Thema Busse wohl etwas zu voll genommen. Über Pfingsten, so scheint es, ist der heilige Geist des Friedenswillens in Donald Trump und die amtierende Führung Irans gefahren, und gestern schlug sich die frohe Botschaft auch in den Aktiendepots nieder. Die Verhandlungen über ein Abkommen der Kriegsparteien gingen geordnet voran, hieß es zwar ungewohnt vorsichtig vom US-Präsidenten. Doch schon dies weckte den Optimismus der Anleger: Der deutsche Dax etwa erreichte am Montag sein höchstes Niveau seit Beginn der Auseinandersetzung (hier mehr). Der Ölpreis fiel auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen. Zwar warnte auch Teheran vor einem übereilten Abkommen, und tatsächlich sind die beiden größten Konfliktthemen ausgeklammert: Über das iranische Atomprogramm und den Status der Straße von Hormus soll noch verhandelt werden. In der Nacht flogen die USA dann im Süden Irans erneut Angriffe, nach eigenen Angaben "zur Selbstverteidigung" (mehr dazu hier). Aber noch laufen die Verhandlungen. Wie immer gilt die nüchterne Analyse meiner Kollegin Britta Kollenbroich und meines Kollegen Bernhard Zand: "Nicht ausgeschlossen ist auch, dass – wie in den vergangenen Wochen mehrmals vorgekommen – auf die Ankündigung einer bevorstehenden Einigung erst mal gar nichts folgt." Sommer in Süditalien, eine sternenklare Nacht, vom unbeleuchteten Strand ein herrlicher Blick aufs Firmament – und dann ziehen da plötzlich merkwürdig geordnete Lichtpunkte vorbei. Und noch welche. Und noch welche. Das seien Satelliten, analysierte der weltraumbegeisterte Sohn: "Wahrscheinlich welche von Elon Musk." Unwahrscheinlich ist das nicht: Musks Firma SpaceX gehören mehr als die Hälfte aller Satelliten, die unsere Erde umkreisen. Der reichste Mann der Welt plant die Eroberung von Mond und Mars und will die Weltwirtschaft, wie wir sie kennen, abschaffen. Geld spielt in seiner Vision einer KI-gelenkten Roboterindustrie keine große Rolle mehr, denn die Maschinen stellen alles für alle im Überfluss her. Vorher will Musk allerdings doch noch etwas mehr persönlichen Reichtum anhäufen: In diesem Sommer plant er den Börsengang von SpaceX (mehr zu den Risiken hier ). Es soll der größte der Geschichte werden und den Inhaber zum ersten Billionär machen. Meine Kollegen Simon Book, Timo Schober und Alexander Demling haben im Umfeld des Unternehmers recherchiert, ihre Analyse weckt berechtigte Zweifel an der von Musk betriebenen Menschheitsbeglückung. Dienen wird sie wohl doch eher vor allem den sowieso bereits Superreichen. Den anderen bleibt der Blick in einen lichtverschmutzten Sternenhimmel. Mit dem Bus schneller und kostenlos ans Ziel? Das klingt für Bewohnerinnen und Bewohner der deutschen Hauptstadt wie ein außerordentlich unerfüllbarer Traum, in Berlin ist man ja schon froh, wenn der Bus überhaupt irgendwann auftaucht. In New York jedoch schaffte Zohran Mamdani mit dem Versprechen von "Fast and Free Buses" den Sprung ins Bürgermeisteramt. Mein Kollege Claus Hecking hat sich den Stand der Umsetzung dieses Wahlversprechens angesehen. Was er erfuhr, ist ernüchternd: Nicht nur würde der Gratis-Busverkehr tiefe Löcher in den New Yorker Haushalt reißen, er verfehlt womöglich sogar sein Ziel, die Metropole vor dem Verkehrsinfarkt zu bewahren. "Wenn Sie Menschen schnell von einem Ort zum anderen befördern wollen, geht das am besten mit der U-Bahn", sagt etwa der Verkehrsexperte Eric Goldwyn. "Doch wenn Sie Busse kostenlos machen, erreichen Sie das Gegenteil. Sie ermutigen ärmere Menschen, statt der U-Bahn den Bus zu nehmen. Das bedeutet: mehr Busse, mehr Verkehr." Goldwyn ist dabei kein konservativer Gegner des neuen sozialistischen Bürgermeisters, ganz im Gegenteil: Mamdani holte ihn nach dem Wahlsieg in sein Team. Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. …könnten Sie sein. Oder ich. In Helsinki werden heute um 21 Uhr die Gewinnzahlen des Eurojackpots gezogen, Hauptpreis: 120 Millionen Euro. Die Gewinnwahrscheinlichkeit liegt allerdings nur bei mickrigen 1:139.838.160. Das ist dermaßen unwahrscheinlich, dass Sie eigentlich gar nicht mitspielen müssen, um zu gewinnen. Verlassen Sie sich stattdessen einfach auf den Eintritt eines nur unwesentlich unwahrscheinlicheren Ereignisses und finden Sie heute auf der Straße einen bezahlten Loszettel, den jemand verloren hat, und auf dem sich ausgerechnet die richtigen Zahlen befinden. Augen auf und viel Glück! Meine Kollegin Anja Rützel beschäftigt sich heute hiermit: Heute wollen alle "gut altern". Sollten wir nicht besser Punk-Rentner werden? Bei seinem Weltrekordlauf hat Sabastian Sawe alle fünf Kilometer Kohlenhydrate aufgenommen, die 800 Gramm Reis entsprechen. Was der Trend für Hobbysportler bedeutet. Und wie Sie dem Magen beibringen, solche Mengen zu verkraften . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion