Datum26.05.2026 05:23
Quellewww.zeit.de
TLDRIn der Demokratischen Republik Kongo kämpfen Helfer gegen Ebola und tiefsitzendes Misstrauen. Nach Angaben von ActionAid hält jeder Dritte die Krankheit für einen Mythos. Aufklärungskampagnen sollen Mythen widerlegen und Verhaltensänderungen bewirken. Manche leugnen Ebola, andere glauben an Schutz durch Alkohol. Unwissenheit führt zu Konflikten, wie dem Brand von Behandlungszelten und der Flucht von Patienten aus einem Krankenhaus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Virus-Ausbruch in Afrika“. Lesen Sie jetzt „Hilfsorganisation: Viele halten Ebola für einen Mythos“. Bei ihrem Kampf gegen den Ebola-Ausbruch müssen sich die Helfer in Zentralafrika auch mit Aberglauben und Unwissenheit auseinandersetzen. In der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, in der es die meisten der mehr als 900 Verdachtsfälle gibt, hält nach Angaben der Hilfsorganisation ActionAid etwa jeder Dritte die Krankheit für einen Mythos. "Wir kämpfen nicht nur gegen ein tödliches Virus, sondern auch gegen Mythen, Angst und tiefsitzendes Misstrauen", sagte Saani Yakubu, Landesdirektor von ActionAid in der Demokratischen Republik Kongo. "Wir arbeiten intensiv daran, in den Gemeinden Aufklärungskampagnen durchzuführen, um Mythen und falsche Informationen zu widerlegen", sagte er. Dies solle die Bevölkerung auch zu einem "schutzorientierten Verhalten" führen. Denn während manche die Existenz von Ebola komplett leugnen, glaubten andere, sich mit starken alkoholischen Getränken vor einer Ansteckung schützen zu können. Das mangelnde Wissen hat in den vergangenen Tagen wiederholt zu Konfrontationen geführt. Zuletzt waren am Sonntag Ebola-Patienten aus dem Krankenhaus in der Ortschaft Mungwalu geflohen, als Angehörige eines Toten Behandlungszelte in Brand setzten, weil ihnen die Herausgabe der Leiche eines Verstorbenen verweigert wurde. Auch verstorbene Ebola-Patienten sind hochansteckend und müssen unter Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen beigesetzt werden. Die geflüchteten Ebola-Patienten wurden bisher nicht wieder gefunden. © dpa-infocom, dpa:260526-930-128672/1