Andesvirus: Verdacht auf zweiten Hantavirus-Fall in Spanien hat sich bestätigt

Datum26.05.2026 04:17

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" wurde in Spanien ein zweiter Andesvirus-Fall bestätigt. Ein positiv getesteter Passagier befindet sich im Militärkrankenhaus Madrid in Quarantäne. Dieses Ereignis ändert nichts am allgemeinen Risikograd. Bisher gab es durch das Andesvirus, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist, insgesamt zwölf bestätigte oder vermutete Fälle, drei davon mit Todesfolge.

InhaltEin Virentest bei einem Passagier des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" ist positiv ausgefallen. Der Betroffene war bereits in einem Madrider Militärkrankenhaus in Quarantäne. Behörden in Spanien haben einen zweiten Fall des Hantavirus bestätigt. Ein in Quarantäne befindlicher Passagier des Kreuzfahrtschiffs Hondius sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Der neue Fall "ändert nichts am Grad des Risikos für die allgemeine Bevölkerung", schrieb das Ministerium auf X. Der Patient wurde den Angaben zufolge inzwischen im Militärkrankenhaus Gómez Ulla auf eine Hochisolierstation verlegt. Bei einem anderen spanischen Passagier war bereits kurz nach dem Verlassen der Hondius ein Hantavirustest positiv ausgefallen. Insgesamt 14 spanische Hondius-Passagiere waren nach der Evakuierung des Schiffs in das Militärkrankenhaus in Madrid eingeliefert worden. Die spanischen Behörden hatten es vor rund zwei Wochen ermöglicht, die Hondius zu evakuieren, indem sie das Schiff vor der Kanareninsel Teneriffa ankern ließen. Dort holten Einsatzkräfte dann Passagiere und Besatzungsmitglieder von Bord. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs von Hantavirus-Infektionen werden die Betroffenen seither isoliert und medizinisch überwacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Samstag mit, dass ihr seit dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs insgesamt zwölf bestätigte oder vermutete Infektionsfälle gemeldet worden seien. Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Zu dem Ausbruch des gefährlichen Virus war es während einer Reise der Hondius von der Südspitze Argentiniens zu den Kapverden gekommen. 1. April: Abfahrt in Ushuaia, am südlichsten Ende Argentiniens 11. April: Ein Passagier stirbt, doch niemand vermutet eine Krankheit. 13. April: Stopp auf Tristan da Cunha, wo später eine Person erkrankt. 24. April: Mehr als 30 Passagiere verlassen auf St. Helena das Schiff. 10. Mai: Spanien erlaubt dem Schiff, in Teneriffa anzulegen. Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen, eine Impfung gibt es nicht. Üblicherweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere. Auf der Hondius hatte sich das Andesvirus verbreitet, der einzige Hantavirusstamm, der nachweisbar von Mensch zu Mensch übertragbar ist.