Während Verhandlungen zum Kriegsende: US-Militär greift Ziele im Süden Irans an

Datum26.05.2026 02:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRWährend Verhandlungen zu Kriegsende in Doha greift die US-Armee Ziele im Südiran an. Laut Centcom dienten die Attacken auf Raketenabschussanlagen und Boote der Selbstverteidigung, um US-Soldaten vor iranischen Truppen zu schützen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines seit Februar andauernden Krieges, der mit US- und Israelischen Angriffen begann. Eine brüchige Waffenruhe gilt seit April, doch Verhandlungen stocken. Zuletzt reiste eine iranische Delegation nach Doha. US-Präsident Trump zeigte sich optimistisch bezüglich eines Rahmenabkommens.

InhaltWashington und Teheran verhandeln über einen Deal zur Beendigung des Kriegs, iranische Vertreter sind dafür in Doha. Jetzt meldet die US-Armee neue Angriffe auf Raketenabschussanlagen und ​Boote im Süden Irans. Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Iran angegriffen. Es habe sich um "Selbstverteidigungsmaßnahmen" gehandelt, erklärte das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (Centcom). Mit den Attacken im Süden des Landes hätten US-Soldaten "vor Bedrohungen durch die iranischen Truppen geschützt" werden sollen. Getroffen wurden den Angaben zufolge unter anderem Raketenabschussanlagen sowie ‌iranische ​Boote, die versucht haben sollen, ‌Minen zu ‌verlegen. Die USA und Israel hatten Ende Februar den Irankrieg mit Angriffen auf die Islamische Republik begonnen. Als Reaktion griff Teheran Ziele in Israel und in Nachbarstaaten in der Region an und blockierte weitgehend die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus vor seiner Küste. Die USA blockieren ihrerseits die iranischen Häfen. Seit dem 8. April gilt in dem Konflikt eine brüchige Waffenruhe. Verhandlungen über ein endgültiges Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen brachten bisher keinen Durchbruch, die Bemühungen laufen aber weiter. Zuletzt reiste eine iranische Delegation in die katarische Hauptstadt Doha: Wie die iranische Nachrichtenagentur Irib mitteilte, wollen der iranische Verhandlungsführer und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf sowie Außenminister Abbas Araghchi die Führung Katars über Einzelheiten der Verhandlungen mit den USA informieren. Katar hatte zuletzt eher im Hintergrund als Vermittler in den Verhandlungen zwischen Iran und den USA agiert. In den vergangenen Tagen war eine Delegation aus Katar in Teheran. Pakistan gilt als offizieller Vermittler. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump die Hoffnung auf einen Durchbruch in den Verhandlungen genährt: Man stehe kurz vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus, es sei "weitgehend" ausgehandelt, schrieb er bei Truth Social. Er dämpfte jedoch Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch (mehr dazu hier ). In Kürze mehr bei SPIEGEL.de