Datum26.05.2026 01:36
Quellewww.zeit.de
TLDRGesundheitsministerin Warken plant zur Schließung eines 22-Milliarden-Euro-Defizits in der Pflegeversicherung eine Erhöhung des Beitragszuschlags für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent. Kinderlose müssten dann 4,3 Prozent des Bruttolohns zahlen, während Versicherte mit Kindern weiterhin niedrigere Sätze zahlen. Neben der Belastung von Kinderlosen sind auch Kürzungen bei Eigenanteilen und verschärfte Zugangsvoraussetzungen für Leistungen sowie höhere Beiträge für Gutverdiener vorgesehen. Die Pläne werden derzeit intern beraten.
InhaltDie Gesundheitsministerin rechnet in der Pflegeversicherung mit einem größeren Fehlbetrag als gedacht. Warken will laut einem Bericht nicht nur Gutverdiener belasten. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant einem Medienbericht zufolge eine höhere Belastung von Kinderlosen, um die enormen Finanzlücken in der Pflegeversicherung zu verkleinern. Warken sehe in ihrer Reform vor, den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent anzuheben, berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Koalitionskreise. Versicherte ohne Kinder müssten dann ab einem Alter von 23 Jahren insgesamt einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen – davon übernimmt der Arbeitgeber einen Anteil von 1,8 Prozent. Bei Versicherten mit einem Kind bliebe es dagegen beim bisherigen Satz von insgesamt 3,6 Prozent, von dem der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt. Bei zwei Kindern liegt der Beitragssatz bei 3,35 Prozent, bei drei Kindern bei 3,1 Prozent. Auch hier trägt der Arbeitgeber je 1,8 Prozent. Warken rechnet in der Pflegeversicherung mit einem Defizit von insgesamt mehr als 22 Milliarden Euro in den kommenden beiden Jahren. Das ist deutlich mehr als bisher erwartet. Bekannt ist, dass Warken die Zuschüsse für die Eigenanteile im Pflegeheim kürzen und die Bedingungen für den Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung verschärfen will. Daran hatte es bereits deutliche Kritik gegeben. Zudem will die CDU-Politikerin die Beiträge für Gutverdiener anheben. Derzeit werden ihre Pläne in der sogenannten Frühkoordinierung in der Bundesregierung beraten. Details sind öffentlich noch nicht bekannt. Zum RND-Bericht lag zunächst keine Stellungnahme des Gesundheitsministeriums vor.