Libanon: Israel kündigt härtere Angriffe auf die Hisbollah-Miliz an

Datum26.05.2026 00:16

Quellewww.zeit.de

TLDRIsrael kündigt verstärkte Angriffe auf die Hisbollah im Libanon an. Ministerpräsident Netanjahu bezeichnet die Miliz als Terroristen und will sie "zerschlagen", nachdem sie Israel mit Drohnen angegriffen hat. Die israelische Armee meldet Angriffe in der Bekaa-Ebene. Tausende fliehen aus Beirut aus Sorge vor einer Offensive. Trotz Waffenruhe seit April gibt es auf beiden Seiten Opfer. Die Hisbollah ignoriert Forderungen zur Einstellung des Beschusses und blockiert US-Vermittlungsgespräche.

InhaltTrotz einer Waffenruhe liefern sich Israel und die Hisbollah im Libanon Gefechte. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt an, die Angriffe auszuweiten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine ​Ausweitung der Angriffe auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt. Israel befinde sich in einem "Krieg mit der Hisbollah", sagte Netanjahu in einem Video auf Telegram. Ziel sei es, die Hisbollah zu "zerschlagen". Die Hisbollah greife Israel mit verschiedenen Arten von Drohnen an, sagte Netanjahu. Ein Spezialteam arbeite daran, dieses Problem zu lösen. Nach Veröffentlichung des Videos teilten die israelischen Streitkräfte ​mit, sie griffen Ziele der Hisbollah-Miliz ⁠in der Bekaa-Ebene im Osten des Libanons an. Aus Sorge vor einer israelischen Offensive flohen libanesischen Sicherheitskreisen zufolge zahlreiche Menschen aus den ‌südlichen ⁠Vororten der Hauptstadt Beirut. Die rechtsextremen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir hatten zuvor gefordert, die Bombardierungen Beiruts wiederaufzunehmen. Für jede Drohne aus dem Libanon müssten zehn Gebäude in der libanesischen Hauptstadt fallen, sagte Finanzminister Smotrich. Netanjahu bezeichnete die Mitglieder der Hisbollah-Miliz als Terroristen. "Aber wir nehmen den Fuß nicht vom Gas", sagte Netanjahu. "Im Gegenteil, ich habe gesagt, man solle noch stärker aufs Gas drücken. Wir werden sie hart treffen." Israel und die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz liefern sich trotz einer am 16. April vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon weiterhin Gefechte. Die libanesische Regierung ist keine aktive Kriegspartei und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah. Seit Beginn der Feuerpause wurden Armeeangaben zufolge mindestens elf Soldaten getötet. ‌Im Libanon starben in diesem ‌Zeitraum nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 608 Menschen. Der Iran macht einen Stopp der israelischen Angriffe im Libanon ‌zur Bedingung für ein Abkommen zur Beendigung Krieges mit den ​USA, der auch von Israel geführt wird. Ein US-Regierungsvertreter warf der ⁠Hisbollah vor, ​Aufforderungen zur Einstellung des Beschusses auf Israel ignoriert ‌zu haben. Die Miliz versuche, die von den USA vermittelten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zu ‌torpedieren, hieß es. Von Israel könne nicht erwartet werden, Angriffe auf seine Streitkräfte und Zivilisten passiv ​hinzunehmen.