Sipri-Studie: Uno-Friedensmissionen erreichen historischen Tiefstand

Datum25.05.2026 18:36

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer jüngste Sipri-Bericht zeigt einen historischen Tiefstand bei Uno-Friedensmissionen. Ende 2025 waren nur noch 78.633 Kräfte im Einsatz, 17 % weniger als im Vorjahr und nahezu halbiert seit 2016. Massive Finanzierungslücken, insbesondere bei den UN-Blauhelmmissionen, führen zu Personalabbau. Wichtige Geber zahlen verspätet oder unvollständig. Auch regionale Organisationen wie die Afrikanische Union leiden unter Geldmangel, was sich auf Einsätze im Sudan und im Kontext der Ukraine auswirkt.

InhaltWeltweit sind so wenige Einsatzkräfte in Friedensmissionen aktiv wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Friedensforschern zufolge bremsen massive Finanzierungslücken die Arbeit der Uno und regionaler Organisationen aus. Die Zahl der internationalen Einsatzkräfte in Friedensmissionen ist drastisch gesunken. Dies geht aus dem jüngsten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri  hervor. Demnach waren Ende 2025 weltweit nur noch 78.633 Soldaten, Polizisten und zivile Kräfte in Missionen der Vereinten Nationen und anderer Organisationen im Einsatz. Das entspricht einem Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2016 hat sich die Zahl sogar nahezu halbiert. Damit sei der niedrigste Stand seit mindestens 25 Jahren erreicht worden, teilt Sipri vor dem Internationalen Tag der UN-Friedenstruppen am 29. Mai mit. Besonders betroffen sind demnach die klassischen Blauhelmmissionen der Vereinten Nationen. Als zentralen Grund nennen die Forscher massive Finanzierungsprobleme. So hätten den UN-Friedenseinsätzen im Juli 2025 rund zwei Milliarden US-Dollar gefehlt, was mehr als einem Drittel des vorgesehenen Budgets von 5,6 Milliarden Dollar für den Zeitraum 2024/25 entspricht. Deshalb hätten mehrere Missionen Personal abbauen müssen. Wichtige Geberstaaten hätten zugesagte Mittel verspätet oder nur teilweise überwiesen. Laut Sipri geraten auch regionale Organisationen zunehmend unter Druck. So kämpften die Afrikanische Union, die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ebenfalls mit Geldmangel und blockierten Entscheidungsprozessen. Auswirkungen zeigten sich unter anderem bei Einsätzen im Sudan und im Kontext des Krieges in der Ukraine.