Folgen des Irankriegs: Ölpreise fallen deutlich nach Anzeichen für Entspannung im Irankrieg

Datum25.05.2026 18:22

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Ölpreis ist um fast fünf Prozent gefallen, nachdem US-Präsident Trump Anzeichen einer Entspannung im Nahostkonflikt und einer bevorstehenden Wiedereröffnung der Straße von Hormus verkündete. Zuvor hatte der Krieg den Preis auf über 126 US-Dollar getrieben. Experten zufolge wird eine vollständige Normalisierung der Ölpreise und Lieferungen jedoch noch Monate dauern, da Lieferengpässe und Schäden bestehen bleiben.

InhaltDer Preis für ein Barrel Öl ist um knapp fünf Prozent gesunken. Eine vollständige Normalisierung dürfte Experten zufolge jedoch noch Monate dauern. Die Ölpreise sind angesichts möglicher Anzeichen für eine Entspannung im Iran-Krieg deutlich gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli sank um 4,99 Prozent auf 98,55 US-Dollar. Zuvor hatte der Krieg am Persischen Golf den Ölpreis zeitweise auf mehr als 126 US-Dollar pro Barrel steigen lassen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar hatte der Ölpreis noch bei gut 70 Dollar gelegen. Entscheidend für die Höhe der Ölpreise ist die Beendigung der faktischen Schließung der Straße von Hormus. Marktteilnehmer begründeten die aktuelle Senkung des Preises mit Anzeichen für eine mögliche Entspannung des Konflikts. US-Präsident Donald Trump teilte zuletzt mit, die Vereinigten Staaten stünden kurz vor einem Rahmenabkommen mit dem Iran und einer Wiederöffnung der Straße von Hormus. Es sei "weitgehend" ausgehandelt, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich warnte Trump vor der Erwartung auf ein schnelles Ergebnis. "Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist", schrieb Trump. Analysten rechnen damit, dass eine vollständige Normalisierung der Öltransporte noch Monate dauern dürfte. Grund seien anhaltende Lieferengpässe und Schäden an Öl- und Gasanlagen in der Region. "Die zugrunde liegende Versorgungslücke von zehn bis elf Millionen Barrel Rohöl pro Tag wird nicht sofort verschwinden, sodass die Märkte weiterhin Lagerbestände abbauen werden, bis die Rohölproduktion im Nahen Osten wieder auf Hochtouren läuft", sagte June Goh, Analystin beim Datenanalyseunternehmen Sparta Commodities. Schiffsverfolgungsdaten zeigen, dass in den vergangenen Tagen drei Tanker mit verflüssigtem Erdgas mit den Zielen Pakistan, China und Indien sowie ein Supertanker mit irakischem Rohöl für China die Straße von Hormus passierten.