Wirtschaftspodcast: »Ist das eine Blase?«: Wie kann unser Strom endlich billiger werden?

Datum25.05.2026 17:28

Quellewww.zeit.de

TLDRDer ZEIT-Wirtschaftspodcast "Ist das eine Blase?" beschäftigt sich mit der Frage, warum Strom in Deutschland trotz viel erneuerbarer Energie teuer bleibt. Philipp Schröder, CEO von 1komma5°, kritisiert das veraltete Stromnetz und die hohen Netzentgelte. Er fordert eine Digitalisierung des Energiesystems, um Verbrauch und Erzeugung zu synchronisieren und so die Stromkosten zu senken. Die aktuellen Probleme liegen laut Schröder nicht am Stromangebot, sondern am ineffizienten System.

InhaltEnergie ist in Deutschland immer noch teuer, selbst wenn Wind- und Solarstrom reichlich vorhanden sind. Wir diskutieren, wie unser System endlich effizienter wird. Deutschland hat ein Stromproblem. Immer mehr Energie wird aus Wind und Sonne erzeugt, doch das System dahinter gerät unter Druck: Netze sind überlastet, Strom wird zu falschen Zeiten produziert oder verbraucht, und die Kosten für den Ausbau landen am Ende bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Was müsste passieren, damit die Energiewende tatsächlich günstig wird für alle? Darüber diskutieren wir in der neuen Folge von Ist das eine Blase?, dem ZEIT-Wirtschaftspodcast über Geld, Macht und Gerechtigkeit. Die Hosts Zacharias Zacharakis und Jens Tönnesmann gehen gemeinsam mit ZEIT-Redakteur Marc Widmann der Frage nach, warum Deutschlands Stromsystem als chaotisch gilt. Weshalb digitale Stromzähler plötzlich zum politischen Streitthema werden. Und warum viele Experten glauben, dass nicht ein mangelndes Angebot an Strom das Problem ist, sondern das System dahinter. Zu Gast ist Philipp Schröder, Gründer und CEO des Energieanbieters 1komma5°. Der 42-Jährige ist einer der lautstärksten Befürworter eines digitalisierten Energiesystems. Schröder rechnet mit der deutschen Strompolitik ab – ungewöhnlich scharf für einen deutschen Manager. Die heutigen Verteilnetze nennt er ein "130 Jahre altes teilstaatliches Oligopol", bei dem die Kosten am Ende bei allen Stromkunden landeten. Sein Vorwurf: Deutschland halte an einem ineffizienten System fest, obwohl die technischen Lösungen längst existierten. Und er wird noch grundsätzlicher: "Der echte Strompreis liegt bei sieben Cent", sagt Schröder. Teuer werde Strom erst durch Abgaben, Umlagen und Netzentgelte. Seine zentrale These: Die Energiewende könnte viel günstiger sein, wenn Deutschland Verbrauch und Erzeugung besser synchronisieren würde – etwa durch intelligente Stromzähler, die Smart Meter. Dass Deutschland beim Ausbau so weit hinterherhinkt, sei "teuer und dumm". Andere Länder hätten ihre Stromnetze längst digitalisiert, während hierzulande noch immer "jemand einmal im Jahr den Zähler abliest". Nur wenn Stromverbrauch und Stromerzeugung endlich intelligent miteinander verbunden würden, könnten die Kosten sinken. Warum aber ist Schröder dafür, die Einspeisevergütung abzuschaffen, obwohl seine Kunden davon profitieren, wenn sie bei ihm neue Solaranlagen kaufen? Hat er vielleicht einen Hintergedanken, wenn er die digitale Plattform seines Unternehmens anderen Versorgern kostenlos und lizenzfrei zur Verfügung stellt? Und warum engagiert er sich nicht selbst in Politik, wenn er so viel an ihr auszusetzen hat? Auch darum geht es in der neuen Folge. Ist das eine Blase? ist der Wirtschaftspodcast der ZEIT. Alle zwei Wochen montags diskutieren die Hosts Carla Neuhaus, Jens Tönnesmann und Zacharias Zacharakis über das, was die Welt im Innersten zusammenhält: Geld, Macht und Gerechtigkeit.