Datum25.05.2026 16:54
Quellewww.zeit.de
TLDRDas myanmarische Militär hat eine Großoffensive in strategisch wichtigen Grenzregionen gestartet, darunter Kachin, Chin und Karen. Ziel ist die Rückeroberung von Handelsrouten und Kommunikationswegen von ethnischen Rebellengruppen. Der Militärchef treibt die Angriffe voran, während das Militär Berichten zufolge Städte und Routen gesichert hat. Unabhängige Überprüfung der Angaben ist aufgrund eingeschränkten Medienzugangs schwierig. Die Offensive folgt dem Friedensgesprächsangebot des Militärchefs, das von mehreren Rebellengruppen abgelehnt wurde. Der Konflikt schwelt seit dem Militärputsch 2021.
InhaltSeit dem Putsch 2021 bekämpft das Militär in Myanmar Rebellengruppen. Nun hat die Armee eine weitere Großoffensive begonnen, um Kontrolle zurückzugewinnen. Das Militär in Myanmar hat erneut eine Großoffensive zur Rückeroberung strategisch wichtiger Grenzregionen und Handelsrouten begonnen. Der seit März amtierende Militärchef Ye Win Oo treibe die Angriffe voran, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Rebellengruppen und Analysten. Die Offensive konzentriert sich demnach auf den Bundesstaat Kachin an der Grenze zu China, den Bundesstaat Chin an der indischen Grenze sowie einen wichtigen Handelskorridor im Bundesstaat Karen nahe Thailand. Ziel der Militärführung sei es, die Kontrolle über die wichtigsten Kommunikations- und Handelswege des Landes von ethnischen Rebellengruppen wiederzuerlangen. Ein Vertreter des Präsidialamtes lehnte eine Stellungnahme ab. Reuters konnte die Angaben zu den Militäroffensiven und ersten Erfolgen zunächst nicht unabhängig überprüfen. Wie die staatliche Zeitung Global New Light of Myanmar berichtete, teilte Ye Win Oo bei einem Treffen mit Soldaten mit, das Militär habe die Stadt Falam im Bundesstaat Chin sowie eine wichtige Verkehrsroute zwischen Mandalay und Myitkyina im Bundesstaat Kachin gesichert. Ein Vertreter des Präsidialamts lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Der Zugang für Medien in den umkämpften Regionen bleibt weiterhin eingeschränkt. Die Angaben zu den Militäroffensiven und gemeldeten Geländegewinnen konnten darum zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Die jüngsten Angriffe erfolgen nach einem Vorstoß von Präsident Min Aung Hlaing, der den Rebellengruppen im vergangenen Monat Friedensgespräche innerhalb von 100 Tagen angeboten hatte. Mehrere bewaffnete Gruppen wiesen das Angebot zurück. Min Aung Hlaing war zuvor Chef der Militärregierung und hatte nach dem Militärputsch im Jahr 2021 die Macht übernommen. Mit dem Sturz der demokratisch gewählten Regierung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi durch das Militär begann der seither anhaltende Konflikt in Myanmar. In der Folge kam es landesweit zu Protesten und bewaffnetem Widerstand gegen die Militärführung. Ethnische Armeen und Rebellengruppen brachten mehrere Regionen des Landes unter ihre Kontrolle und drängten das Militär dort teilweise zurück. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.