Nicolas Cage: Nur ein Regisseur nahm ihm eine Absage nicht übel

Datum25.05.2026 12:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRNicolas Cage berichtet, dass die meisten Regisseure ihm eine Absage nach einer potenziellen Zusammenarbeit übelnehmen und ihn nie wieder kontaktieren. Dies sei ihm unter anderem bei Christopher Nolan, Woody Allen und Paul Thomas Anderson passiert. Nur David O. Russell habe ihm nach einer Absage nochmals einen Film angeboten. Cage lebt aktuell ein zurückgezogenes Leben und konzentriert sich auf seine Tochter.

InhaltIn seiner langen Karriere hat Nicolas Cage mit den größten Regisseuren gedreht, einigen aber auch abgesagt. Die meisten haben ihm das nie verziehen, sagt er. Nur einen habe er nicht als nachtragend erlebt. Regisseure wie Christopher Nolan und Woody Allen gelten als Genies. Aber auf ein "Nein" reagieren sie ungefähr so entspannt wie mittelalterliche Könige auf Hochverrat. Das legt zumindest ein Interview von Nicolas Cage nahe. Der Schauspieler, der in seiner Karriere so ziemlich alles gespielt hat – Alkoholiker, Actionhelden, Engel, Waffenhändler und Vampire –, spricht in der "New York Times"  über die seltsame Halbwertszeit von Absagen in Hollywood. Manche Regisseure erinnern sich demnach an die Zurückweisung eines Schauspielers wohl ähnlich lang wie Film-Mafiosi an alte Blutschulden. "Die meisten von ihnen sind dann gekränkt und rufen einen nie wieder an", sagt Cage. "Das ist mir schon unzählige Male passiert. Das war bei Christopher Nolan so, das war bei Woody Allen so, und das war bei Paul Thomas Anderson so. Sie rufen mich nicht mehr an." Christopher Nolan etwa habe ihn für "Insomnia" gewollt. Der Thriller von 2002, ein düsteres Remake des gleichnamigen norwegischen Films, ist bis heute ein Sonderfall in Nolans Werk: das einzige Mal, dass er nicht sein eigenes Drehbuch schrieb. Für welche der beiden Hauptrollen Nolan ihn vorgesehen hatte, verrät Cage nicht. Die eine ging an Al Pacino, die andere an Robin Williams. Paul Thomas Anderson habe ihm einen Kurzfilm mit Philip Baker Hall gezeigt, erzählt Cage. Eine Zusammenarbeit sei geplant gewesen. "Aber es hat nicht geklappt." Was genau schiefging, bleibt offen. Hollywood liebt keine offenen Akten. Kränkungen werden offenbar lieber archiviert. Eine Ausnahme gibt es aber laut Nicolas Cage: David O. Russell. "Er ist der einzige Regisseur, dem ich jemals eine Absage erteilt habe und der tatsächlich zurückgekommen ist und mir einen anderen Film angeboten hat." Russell besetzte Cage in "Madden", einem Biopic über die Football-Legende John Madden. Neben ihm spielen Christian Bale und John Mulaney. Der Kinostart ist für November 2026 geplant. Nicolas Cage Eine zweite Chance also für Cage, der selbst wie eine Figur aus einem Comeback-Drama wirkt. Er drehte Meisterwerke mit den Coen-Brüdern und Werner Herzog. Er gewann einen Oscar für "Leaving Las Vegas". Und versank danach in Schulden und Steuerproblemen. Heute ist er weniger klassischer Filmstar als eigenes Genre. Vielleicht erklärt das auch seine zweite Karriere als Meme. Ein Mann, der gleichzeitig Witzfigur und Kultfigur wurde. Er führe inzwischen ein "außerordentlich langweiliges", "sehr asketisches Leben", sagt Cage. Keine Risiken mehr. Kein Chaos. Sein Fokus liege auf seiner kleinen Tochter. "Mir geht es nur darum, mein Kleinkind so zu erziehen, dass es ein glückliches und gesundes Leben führt." Als Laster führt er an, sechsmal am Tag Energydrinks mit Erdbeergeschmack zu sich zu nehmen. Es ist eine klassische Hollywood-Pointe: Ein älterer Mann sitzt zu Hause und versucht, ein guter Vater zu sein.