Nach Triumph im Landespokal: So geht es bei Landespokalsieger Altglienicke weiter

Datum25.05.2026 11:09

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Regionalligist VSG Altglienicke gewann den Landespokal und hofft nun auf ein attraktives Los im DFB-Pokal wie gegen Bayern oder Dortmund. Angesichts fehlender geeigneter Stadien in Berlin muss der Verein erneut ins brandenburgische Fürstenwalde ausweichen. Die sportliche Leitung strebt langfristiges Wachstum an, indem sie neben Spielerkäufen auch in Infrastruktur investiert. Ob Trainer Dan Twardzik bleibt, ist noch offen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Triumph im Landespokal“. Lesen Sie jetzt „So geht es bei Landespokalsieger Altglienicke weiter“. Union, Hertha - und Altglienicke? Mit dem Triumph im Landespokal untermauerte der Club aus dem Südosten von Berlin seinen Anspruch als dritte Fußball-Kraft der Hauptstadt. "Ich bin da oben fast gestorben", sagte der sportliche Leiter Torsten Mattuschka dem rbb nach dem 2:1 des Regionalligisten gegen den BFC Dynamo über sein Mitleiden auf der Tribüne. Am Ende stand aber der hochverdiente Sieg nach Verlängerung. Das sind die Fragen, die auf den Club in den kommenden Monaten zukommen. Mattuschka hat vor allem Lust auf einen Traditionsclub. "Es muss nicht mal Bayern sein, irgendwas Traditionelles: Schalke, Gladbach, Werder Bremen. Irgend sowas Cooles, wo du vielleicht noch eine kleine Chance hättest", sagte der Ex-Unioner. Trainer Dan Twardzik fände dagegen ein Derby spannend: "Zum Beispiel die Berliner Vereine, dass man mal nicht nur auf freundschaftlicher Basis oder auf Testspielbasis gegeneinander spielt, sondern sich dann auch mal misst."  Gelost wird am 6. Juni. Gespielt wird die erste Runde vom 21. bis 24. August. Außer die VSG zieht das große Los mit Bayern oder Dortmund. Dann würde wegen des Supercups auf den 1. oder 2. September ausgewichen werden. Für die Teilnehmer der ersten Runde gab es vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) im vergangenen Jahr je rund 211.000 Euro. In diesem Rahmen dürfte sich die Prämie auch in der kommenden Saison bewegen. Dazu kommen mögliche Zuschauereinnahmen, die stark von der Attraktivität des Gegners abhängen. Ein möglicher Kostenpunkt für die VSG könnte die Stadionmiete sein. Die Spielstätte ist bei dem Club aus Treptow-Köpenick ohnehin seit Jahren ein Thema. Mangels eines geeigneten Stadions in Berlin wird die VSG auch in der kommenden Saison in Brandenburg spielen. "Die Hauptstadt bekommt es nicht hin, uns ein Regionalliga-taugliches Stadion hinzustellen", ärgerte sich Mattuschka.  Wie schon in der gerade beendeten Spielzeit wird das Team in die Spree-Arena im Friesen-Stadion von Fürstenwalde ausweichen. Immerhin stellt der Bezirk in Aussicht, dass bald mit dem Ausbau der Willi-Sänger-Sportanlage begonnen werden kann. "Mit einem Abschuss der Baumaßnahme wird 2029 gerechnet", hieß es. Wo Altglienicke im DFB-Pokal spielen wird, ist noch unklar. Auch dafür wird sicher der zugeloste Gegner eine Rolle spielen. Der Jahnsportpark ist abgerissen und wird neu gebaut. TuS Makkabi Berlin spielte vor drei Jahren gegen den VfL Wolfsburg im Mommsenstadion, wo auch das Berliner Landespokalfinale stattfand. Wie schon im Vorjahr gab es aber scharfe Kritik am Rasen in der altehrwürdigen Spielstätte. "Der Görlitzer Park ist besser", sagte Mattuschka dem rbb. "Das ist so bodenlos schlecht von der Stadt Berlin." Auch das Olympiastadion und die Alte Försterei könnten bei einem großen Gegner Optionen sein. Altglienicke wurde Sechster in der Regionalliga Nordost, das beste Abschneiden eines Clubs aus der Hauptstadt. Doch der Club will mehr. Er erwarte weiterhin eine großartige Entwicklung, sagte Twardzik. "Der Verein hat jetzt langfristig Ziele gesetzt und die setzen wir Schritt für Schritt um. Wir wollen natürlich in der nächsten Saison mit angreifen. Definitiv war diese Saison mit 19 Punkten Abstand auf die Tabellenspitze zu viel", sagte er.  Die beiden jungen Brüder Paul (24) und Johannes Manske (26) arbeiten seit Anfang des Jahres in der Geschäftsleitung für Strategie und Vereinsentwicklung. Sie möchten den Club langfristig aufbauen. "Nachhaltiges Wachstum funktioniert nur mit der richtigen Infrastruktur und eben nicht nur durch Investitionen in Spieler, sondern auch in Steine", sagte Paul Manske der "Berliner Morgenpost". Die Zukunft des 35-Jährigen, der das Amt erst im März als Nachfolger von Ersan Parlatan interimsmäßig übernommen hatte, muss dabei auch noch geklärt werden. Twardzik, der in der Jugend auch Torwart beim FC Bayern München war, stellte eine Verkündung in den kommenden Tagen in Aussicht. Dass er seine Mannschaft zu starken Leistungen treiben kann, stellte er beim Finale unter Beweis. Der Club postete eine emotionale Ansprache bei Facebook. "Geht raus und macht alle da draußen für euch stolz", rief er seinen Spielern zu. © dpa-infocom, dpa:260525-930-126252/1