Enhanced Games: Umstrittener Wettbewerb endet mit nur einem Weltrekord

Datum25.05.2026 08:32

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie umstrittenen Enhanced Games in Las Vegas, die Doping erlaubten, verfehlten die Erwartungen. Nur ein Weltrekord wurde aufgestellt: Grieche Kristian Gkolomeev schwamm neue Bestzeit über 50m Freistil, die aber wegen verbotener Schwimmanzüge nicht offiziell anerkannt wird. Sprinter Fred Kerley blieb unter Usain Bolts Fabelzeit. Deutsche Athleten wie Marius Kusch gewannen Preisgelder. Veranstalter Christian Angermayer erhofft sich dadurch eine sichere Zukunft des Sports.

InhaltDas hatten sich die Veranstalter anders vorgestellt: Bei den Enhanced Games in Las Vegas blieben die gedopten Sportlerinnen und Sportler hinter den Erwartungen zurück. Der deutsche Schwimmer Marius Kusch gewann 250.000 Dollar. Der ehemalige Sprint-Weltmeister Fred Kerley lag falsch. Er hatte vorausgesagt, dass bei den Enhanced Games, bei denen verbotene Dopingmittel zugelassen waren, Usain Bolts Weltrekord von 9,58 Sekunden über 100 Meter "zerlegt" werden würde. Am Ende gewann er das Rennen – mit 9,97 Sekunden. Diese Zeit hätte ihn bei den Olympischen Spielen in Paris vor zwei Jahren nur auf den letzten Platz gebracht. Tatsächlich hatte er damals mit 9,81 Sekunden Bronze gewonnen. Auf die Frage, ob er nun glücklich sei, da er immerhin 250.000 Dollar gewonnen habe, sagte Kerley: "Ich glaube schon. Aber ich glaube, wir wissen alle, wofür wir hierhergekommen sind, und das ist ein Weltrekord." Davon gab es in Las Vegas nur einen. Bei den insgesamt 22 Wettkämpfen verbesserten zwar zwölf Schwimmer und Gewichtheber ihre persönlichen Bestleistungen. Eine Flut von überraschenden Resultaten gab es aber nicht. Der einzige Athlet, der den Bonus von einer Million Dollar für das Übertreffen eines Weltrekords gewann, war der Grieche Kristian Gkolomeev. Über 50 Meter Freistil, dem letzten Wettkampf des Tages, war er mit 20,81 Sekunden schneller als der offizielle Weltrekord von 20,88 Sekunden. Offiziell anerkannt vom Schwimmsportverband wird seine Leistung nicht: In den Schwimmwettkämpfen bei den Enhanced Games waren Schwimmanzüge erlaubt. Die Anzüge sind im internationalen Schwimmsport seit 2010 verboten. Damals hatten sie zu einer Flut von Weltrekorden beigetragen. Kristian Gkolomeev Gkolomeev hatte von den Veranstaltern der Enhanced Games schon im vergangenen Jahr eine Prämie von einer Million Dollar erhalten, weil er bei einem "Test" schneller als der Weltrekord geschwommen war. "Noch eine Million, das ist gar nicht schlecht", sagte er. "Das wird mein Leben definitiv zum Guten verändern." Die 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten vor den Enhanced Games Zugang zu Dopingmitteln wie Testosteron, Wachstumshormonen und Epo. 38 davon haben nach Angaben der Veranstalter acht Wochen lang unter medizinischer Begleitung gedopt. Wie viel und was genau die Sportlerinnen und Sportler zu sich genommen haben, blieb ein Geheimnis. Mitgeteilt wurde unter anderem, dass 91 Prozent Testosteron und 79 Prozent Wachstumshormone bekommen haben. Vier Sportler verzichteten nach Angaben der Veranstalter auf Dopingmittel, darunter nach eigenen Angaben Fred Kerley und der Schwimmer Hunter Armstrong aus den USA. Armstrong gewann über 50 Meter Rücken, über 100 Meter Freistil wurde er Zweiter hinter Gkolomeev. Es waren auch zwei deutsche Teilnehmer dabei: Schwimmer Marius Kusch unterbot über 100 Meter Schmetterling seine persönliche Bestzeit um 0,07 Sekunden. Damit war er schneller als alle anderen und sicherte sich die Siegprämie in Höhe von 250.000 Dollar. Sprinter Mike Bryan wurde über 100 Meter Letzter und verfehlte seine persönliche Bestzeit klar. Zu den Veranstaltern der Enhanced Games gehören auch der deutsche Milliardär Christian Angermayer und der ehemalige Investment-Banker Maximilian Martin aus München.