Pfingsten: Was genau feiern Christen an diesem Wochenende?

Datum25.05.2026 08:02

Quellewww.spiegel.de

TLDRPfingsten, das Fest 50 Tage nach Ostern, markiert die Geburtsstunde der Kirche. Ursprünglich ein jüdisches Erntefest, feiern Christen hier die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu. Dieses "Pfingstwunder" ermöglichte ihnen, in fremden Sprachen zu predigen und Jesu Botschaft zu verbreiten. Obwohl viele Deutsche Pfingsten eher als langes Frühlingswochenende mit Urlaubsreise verbinden, sind die kirchlichen Bräuche wie Pfingstbäume und die Taube als Symbol für den Heiligen Geist weniger verbreitet als andere Traditionen.

InhaltIn Deutschland freuen sich viele Menschen über ein langes Wochenende. Doch worum geht es bei dem christlichen Fest eigentlich? Ab in den Kurzurlaub, ab in den Stau: Zu Pfingsten sind so viele Autos unterwegs wie selten. Viele Menschen in Deutschland nutzen die freien Tage, um zu verreisen. In diesem Jahr dürfte besonders viel los sein – rund um die Feiertage werden sommerliche Temperaturen erwartet. Die Bedeutung von Pfingsten kennt allerdings nicht jeder. Pfingsten ist neben Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im christlichen Kirchenjahr. Der Name leitet sich vom griechischen "Pentekoste" ab, was "der fünfzigste Tag" bedeutet. Denn gefeiert wird das Fest 50 Tage nach Ostern, der Wiederauferstehung Jesu. Seine Ursprünge hat Pfingsten im jüdischen Erntefest Schawuot. Zu jenem Erntefest hatten sich laut biblischer Apostelgeschichte die Jünger Jesu in Jerusalem versammelt, als das "Pfingstwunder" geschah: "Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab." Die Jünger waren also plötzlich in der Lage, andere Sprachen zu sprechen und zu verstehen. Laut biblischer Überlieferung hatte dies der Heilige Geist, grob vereinfacht eine unsichtbare göttliche Kraft, in den Jüngern bewirkt. So erkannten sie ihren Missionsauftrag, die Botschaft Jesu Christi in allen Sprachen in die Welt zu tragen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Pfingsten gilt damit als Geburtsstunde der Kirche. Dennoch verbinden viele Deutsche mit Pfingsten wohl eher ein langes Wochenende im Frühjahr. Das mag auch daran liegen, dass die Pfingstbräuche weniger ausgeprägt und verbreitet sind als etwa die Weihnachts- oder Ostertraditionen. Mancherorts werden noch Pfingstbäume gesteckt, die Kirchen mit Birkengrün geschmückt oder kleine Holztauben von der Kirchendecke herabgelassen. Ein bekanntes Symbol für Pfingsten ist die weiße Taube, die den Heiligen Geist darstellen soll. Haben Sie aufmerksam gelesen? Dann testen Sie hier Ihr Wissen im Quiz.