Datum25.05.2026 05:12
Quellewww.zeit.de
TLDRVor den Galápagos-Inseln wurde eine neue, golfballgroße und blaue Oktopus-Art entdeckt. Forscher identifizierten Microeledone galapagensis in fast 1.800 Metern Tiefe. Um das Exemplar nicht zerstören zu müssen, erstellten sie ein 3D-Modell aus CT-Scans. Besondere Merkmale sind die dicken Arme mit nur einer Reihe Saugnäpfen sowie die zweifarbige Färbung, die vermutlich dem Tarnschutz dient.
InhaltEr ist blau und so groß wie ein Golfball: Ein in 1.800 Metern Tiefe gesichteter Oktopus gehört zu einer bisher unbekannten Art. Untersucht wurde er mit einem 3D-Modell. In der Nähe der Galápagos-Inseln haben Forschende am Meeresboden eine bisher nicht bekannte Oktopus-Art entdeckt. Sie ist blau und nicht größer als ein Golfball. Bei einer Fahrt mit einem Forschungs-U-Boot stießen die Wissenschaftler der Charles-Darwin-Stiftung in fast 1.800 Metern Tiefe auf ein Tier der Art, die den wissenschaftlichen Namen Microeledone galapagensis trägt. Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachblatt Zootaxa veröffentlicht wurde. "Ich wusste sofort, dass das etwas wirklich Besonderes ist", sagte Oktopus-Expertin Janet Voight, die gebeten wurde, den kleinen Kraken zu identifizieren. Die Kuratorin des Field-Naturkundemuseums in Chicago erhielt dazu zunächst Fotos des Mini-Oktopus, später auch seinen konservierten Körper. "Als er ankam, dachte ich: ›Oh, Du meine Güte, er ist wunderschön‹", sagte Voight der Nachrichtenagentur AFP. Um eine Oktopus-Art zu bestimmen, muss das Tier eigentlich aufgeschnitten werden, um seinen Mund, seinen Schnabel und andere Körperteile begutachten zu können. Da Voight aber nur über ein Exemplar verfügte, wollte sie es nicht zerschneiden. Stattdessen fertigte das Field Museum tausende CT-Bilder des Kraken an und machte daraus ein 3D-Modell des bislang unbekannten Tieres. "Es geht nichts darüber, den Tag damit zu verbringen, Dir etwas anzuschauen, das kein anderer Mensch je gesehen hat", sagte die Chefin des Röntgenlabors des Field Museum, Stephanie Smith. Abgesehen von seiner blauen Farbe, die in der Natur seltener vorkommt als andere Farben, weist der kleine Oktopus noch andere Besonderheiten auf. "Seine dicken Ärmchen mit nur einer Reihe Saugnäpfe unterscheiden ihn von den meisten anderen Oktopussen, die wir kennen", sagte Voight. Selbst von "anderen Arten mit kurzen, kleinen Armen und nur einer Reihe Saugnäpfen" unterscheide er sich durch "seine Färbung und seine weiche Haut an der Oberfläche des Rückens". Der kleine Krake ist an seiner Oberseite hellblau und an seiner Unterseite dunkelviolett. Voight und ihre Kollegen vermuten, dass dies seinem Schutz dient. "Wenn der Oktopus sich ein Beutetier schnappt, das Licht abstrahlt, könnte dieses Licht Raubtiere anziehen, die den Oktopus fressen", sagte die Expertin. Seine dunkle Unterseite absorbiere das Licht aber und schütze den Oktopus somit.